Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935414
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Dännemark. 
der Priester, welchen Bischof Otto im Jahre 1128 an den 
Erzbischof nach Lund absendete, nennt die Kirchen niedrig 
und von schlechter Gestalt, ohne den wenige Jahre vorher 
geweiheten Dom auszunehmen. Offenbar haben wir also ein 
späteres, wie die Formen ergeben, erst in der zweiten 
Hälfte des zwölften Jahrhunderts errichtetes Gebäude vor 
uns, das sich von den alten Monumenten 
bedeutend und vortheilhaft unterscheidet. 
Dännemarks sehr 
Unter diesen ist die Kirche zu Bjernede bei Sorö auf 
Seeland ihrer Erscheinung nach die alterthümlichste. Sie 
ist ein Rundbau, in welchem vier in der Mitte stehende 
schwere Rundsärllen einen viereckigen Thmm tragen. Die 
Stämme dieser Säulen sind etwas verjüngt, die Kapitäle 
überaus rohe Klötze, welche nur durch das Abschneiden 
der Ecken in schräger Richtung eine den Würfelkapitälen 
des Ziegelbaues ähnliche Gestalt erhalten 9c). Dennoch ist 
diese Kirche, wie eine in derselben erhaltene Inschrift er- 
giebt, nachdem sie von einem gewissen Ebbo (1- 1150) 
in Holz errichtet gewesen, erst auf Veranlassung seines 
Sohnes Suno etwa um 1168 in Stein ausgeführt; auch 
sind ihre Gewölbe schon spitzbogig. Der Dom zu Viborg 
in Jütland, welcher von 1128 an neugebaut und 1169 
vollendet War, zeigt in seiner noch aus dieser Zeit erhal- 
tenen Krypta ganz die Anordnung, wie ähnliche Anlagen 
in Deutschland, Säulen mit Würfelkapitälen und einfache 
Kreuzgewölbe. Die Kirche zu Westerwig in Jütland 
endlich, in welcher Pfeiler und Säulen wechselnd die halb- 
kreisförmigen Scheidbögen tragen, ist erst 1197 vollendet. 
Die attische Basis der Säulen hat das Eckblatt, die Kapi- 
täle sind zwar einfach cylindrisch, ohne Ausladung, aber 
1') Abbildung und Beschreibung in den Annales for nordisk Old- 
kyndighed, Kopenhagen 1841, S. 102. Der Grundriss bei Minutoli 
Taf. X, Fig. 16 (im Register und Inhaltsverzeichniss irrig als der der 
Kirche zu Westerwig bezeichnet].
        

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