Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935339
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Irland. 
In allen anderen Bauten nähert sich der Styl schon 
mehr dem englisch-normannischen. Die Thürpfosten sind 
jetzt senkrecht, die Kapitäle würfelartig oder gefiltelt, die 
Archivolten mit Höhlungen und Rundstäbeil tiefer geglie- 
dert. Nur die Basis nimmt noch nicht die gewöhnliche 
romanische Gestalt an, sie ist bald kugelförmig, bald in 
Gestalt einer Schlange ausgemeisselt, bald wie ein umge- 
kehrtes gefälteltes Kapitäl oder in_ anderen willkürlichen 
und phantastischen Formen gebildet. Ausser dem Zickzack 
ist jetzt das Strickornament angewendet, doch sind auch 
noch die grottesken Köpfe und besonders die Bandver- 
schlingungen, welche letzten der englischen Architektur 
ganz fremd sind, besonders beliebt. Eine zweite Kirche 
zu Glendalough, und die Kirchen zu Clonmacnoise, 
Killaloe, Inishcaltra und Freshford geben Beispiele 
für diese weitere Stufe de]. Ueberwiegend ist die norman- 
nische Form in der Kirche auf dem Felsen, Cashel, Cor- 
mac's Kapelle genannt, welche im Jahre 1134 geweiht ist. 
Hier haben die Portale Bogenfelder mit freilich sehr roh 
gemeisselten Thieren M), die Wände im Aeusseren und 
Inneren Arcadenreihexl. Im Inneren ist die Ostwand des 
Chores 
durch 
eine 
Arcatur 
kleinen freistehenden Säulen 
VOll 
geschmückt , 
Welche , 
soviel 
wir 
wissen , 
bisher 
noch 
nicht 
oder jedenfalls 
an deuten. 
eine 
sehr 
unbedeutende 
und 
gleichgültige 
Verzierung 
a") Petrie a. a. O. S. 257  282. Die Kirche zu Freshford hat 
eine irische Inschrift, in welcher der Erbauer genannt ist, dessen 
Lebenszeit Petrie um 1087 annimmt. Da seine Annahme sich aber 
bloss auf Namensgleichheit stützt, und die Namen, wie er selbst zu- 
giebt, sich oft wiederholen, so ist der Beweis sehr unsicher. Die For- 
men erinnern an englische Architektur aus der Mitte des zwölften 
Jahrhunderts. 
H) Das eine Portal zeigt 
zweite einen Löwen, auf den ein 
285 ff., besonders 292. 
entstelltes Lamm, das 
Pfeil richtet. Petrie S. 
ein überaus 
Centaur den
        

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