Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935323
Uebergang 
zum 
normannisch-engl. 
Style. 
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fläche aneinandergestellten Pyramiden zusammengesetzt, oder 
endlich bloss als steiler Wulst oder steile Höhlung gebil- 
det, auch wohl noch Wiederum durch einen Menschenkopf 
verziert. Die Säulenstämme sind glatt, die Pfosten neigen 
sich noch immer gegeneinander. Der Bogen ist Offen und 
meist mit dem Zickzackornament, doch in flacher Zeich- 
nung, versehen. Wir finden also Elemente des romani- 
schen Styles der anderen Länder, aber mit einheimischen 
Traditionen gemischt und nach irischem Geschmacke um- 
gestaltet. Zu den interessantesten Portalen dieser Art ge- 
hören die an den Rundthürmen von Timahoe (Queens 
county) und Kildare, denen die Chorbögen der Kirchen 
von Rathain bei Fullamore (Kings county] und zu Glen- 
dalough verwandt sind. Es kann sein, dass einige der 
übrigens nicht sehr zahlreichen Monumente dieser Art jenem 
Aufstande gegen den Erzbischof Malachias vorhergegangen 
sind. Dasselbe Bestreben der Einführung der im ganzen 
übrigen Abendlande herrschenden Formen wird unter der 
Geistlichkeit verbreitet gewesen, und in anderen Fällen 
ohne Widerstand geblieben sein. Allein eine ungefähre 
Zeitbestimmung gewährt uns diese Anekdote dennoch, so 
dass wir also die Zeit dieses Uebergangsstyles in die erste 
Hälfte des zwölften Jahrhunderts setzen können  
i") Petrie, a. a. O. S. 196, legt einigen dieser Monumente ein 
sehr viel höheres Alter bei. Seine Beweise dafür bestehen theils bloss 
in den Angaben über frühere Bauten beim Mangel an Nachrichten über 
spätere Erneuerung, theils sind sie mehr positiver Art. In dieser Be- 
ziehung macht er hauptsächlich eine Stelle aus der Lebensbeschreibung 
der heiligen Brigitte geltend, welche lange nach ihrem Tode verfasst 
ist, und von ihm in das neunte Jahrhundert gesetzt wird. In dieser 
Legende wird von einem Kirchenbau mit einer "ornata porta" gespro- 
chen. Allein das Ornament wird nicht beschrieben, und da es dem 
Erzähler nur darauf ankommt, dass die Pforte höher gewesen, als die 
frühere (deren Thüre ihr nun dennoch durch ein Wunder angepasst 
wird], so kann das Wort nornata" auch bloss die schlankere Form,
        

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