Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935204
Aufkommen 
zierlicherer 
Formen. 
411 
mildert; die Kapitäle erscheinen nicht mehr als schwere 
Blöcke, sondern sind in kleinere Theile gelegt, zierlich ge- 
fältelt, die Triforien haben nicht mehr die Weite Oeifnung, 
sondern sind getheilt, die Bögen durchweg reicher proiilirt, 
mit Rundstäben oder Höhlungen versehen. Wilhelm von 
Malmesbury, ein Schriftsteller, dessen Aufmerksamkeit auf 
architektonische Dinge wir schon bemerkt haben, erzählt 
von den Bauten des Erzbischofs Roger Poor von Salisbury 
(1107-1139), dass die Steinlagen daran so sauber gear- 
beitet seien, dass sie das Auge täuschten, als 0b die Mauer 
aus einem Steine bestehe 2). Die angeführten Gebäude 
beweisen, dass diese sorgsame Behandlung des Mauerwerks 
nicht bloss in den Bauten des genannten Bischofs stattfand, 
sondern auch an anderen Orten erstrebt Wurde; am Kreuz- 
sehitfe von Winchester unterscheiden sich die, nach dem 
Einsturze des Thurmes im Jahre 1107 gemachten Ergän- 
zungen durch ihre dünnen Mörtellagen von dem älteren 
Mauerwerk  Ohnehin War eine saubere Bearbeitung 
des Steines gleich anfangs, wenigstens bei grösseren und 
mit reicheren Mitteln ausgeführten Bauten, erstrebt, wir 
finden sie selbst in den älteren dieser englischen Bauten 
eben so sehr, wie in denen der Normandie rät). Aus 
dieser Sauberkeit der Arbeit und der decorativen Tendenz 
erklärt 
BS 
sich, 
dass 
schon jetzt 
einzelne 
Gebäude 
entstan- 
1') Fecit enim ibi (in Salasbiria et Malmesbiria] aedificia spatio 
diffusa, numero pecuniarum sumptuosa, specie formosissima; ita juste 
composito ordina lapidum, ut junctura perstringat intuitum, et totam 
maceriem unum mentiatur esse saxum. Wilh. Malm. Gesta ed. Hardy 
p. 637. 
Vol. 
Glossary, 
masonry. 
1M?) Die normannische Arbeit unterscheidet sich durch die scharfe 
und glatte Fläche der behauenen Steine, während diese in den Bauten 
des späteren englischen Styles durch Anwendung des Radmeissels eine 
rauhere, gleichsam Furchen bildende Oberfläche haben.
        

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