Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935106
Charakteristik 
und 
Details. 
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erste Sorge war daher, gewaltige, imangreifbare Schlösser 
zu errichten, in welchen sie wohnten, aus denen ihre Mann- 
schaften hervorbrechen konnten, um ihre Befehle auszufüh- 
ren; die Einrichtung, die Verbesserung dieser Bauten war 
die eiligste Aufgabe ihrer Bauverständigen. Jener Nor- 
manne Gundulph, welcher den Tower von London sowie 
das Schloss seines neuen Bischofssitzes Rochester erbaute, 
soll sich besondere Verdienste um diesen Zweig der Ar- 
chitectur erworben haben. Man darf diese Schlösser, von 
denen noch so manche erhalten sind, nicht mit den Bingen, 
wie wir sie auf deutschem Boden finden, vergleichen. Sie 
unterscheiden sich ebensoweit von ihnen, wie die Macht 
der englischen Barone, die über weite Landstriche geboten, 
von der Dürftigkeit eines deutschen Raubritters oder Land- 
edelmannes, von welcher noch i'm sechszehnten Jahrhundert 
Ulrich von Hutten uns ein so lebendiges und fast komi- 
sches Bild giebt. Sie zeigen einen geordneten, wenn auch 
gewaltsamen Zustand und beweisen die Klugheit und Ci- 
vilisationsfähigkeit, welche die Normannen auszeichnete. 
Sie finden ihres Gleichen erst später in den Schlössern, 
welche die deutschen Ritter in Preussen im vierzehnten 
Jahrhundert unter einigermaassen ähnlichen Verhältnissen 
errichteten. Von den äusseren Befestigungen, von Wall 
und Graben und was sich daran anschloss, von blVirthschafts- 
gebäuden und kleineren Wachtthürmen zu sprechen, liegt 
ausserhalb meiner Aufgabe. Es kommt mir nur auf den 
Kern dieser Herrensitze an, auf das eigentliche Schloss, 
die Citadelle, den Keep-tower nach englischem Sprach- 
gebrauch. Er besteht immer in einem gewaltigen hohen 
Thurm, runder oder viereckiger Gestalt, von felsdicken 
Mauern, durch ltlauerstreifen verstärkt. Den Eingang ge- 
währt eine Treppe, die nicht von vorn gegen die Mauer, 
sondern an der Wand entlang hinauiführt, damit sie bei 
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