Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935042
Charakteristik 
und 
Details. 
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daher das Ganze, die schwere Form der gewaltigen Pfeiler 
und Säulen, welche durch ihre Mannigfaltigkeit noch mehr 
auffällt, die breiten, runden Oeffnungen der Empore, die 
dichtgestellten Würfellmäufe, die eckig geschnittenen, die 
ganze Mauerdicke zeigenden Bögen, die gerade Decke, 
Welche die emporstrcbenden Dienste abschneidet, das 
schwache Licht kleiner Fenster in breiten Wänden, so er- 
hält man den Eindruck des Schwierfälligen, Finsteren, 
Drüekenden. Während diese Massenhaftigkeit und Schwer- 
fälligkeit auf einen Zustand primitiver Rohheit hinzudeuten 
scheint, ist aber die Arbeit meistens eine sehr saubere und 
sorgfältige. Der Stein ist scharf behauen, die Details sind 
mit Festigkeit ausgeführt, überall zeigt sich Ueberlegung 
und Fleiss, nirgends Leere und Mangel, keine Stelle des 
Raums ist unausgefüllt geblieben. Die Höhe der Wand 
ist in drei Stockwerke getheilt; über dem Sims der Area- 
den öffnet sich die Empore, gewöhnlich zwar mit unge- 
theilten Oeffnuilgen, aber reichlich mit Säulen besetzt, darüber 
die Oberlichter Wiederum mit einer freistehenden Arcatur 
ausgestattet. Selbst an der Aussenwand der Seitenschiffe 
sind häufig noch unter den Fenstern blinde Arcaden ange- 
bracht; man findet, etwa in einer Vorhalle unter dem Thurm, 
Wohl fünf Stockwerke verschiedenartigbehandelter Arcadcn 
übereinander  Zwar sind die Theile, Welche nach con- 
structiver Regel sich vorzugsweise zur Ornamentation eig- 
neten, Kapitäl, Basis, Gesimse, schmucklos und in derber 
Einfachheit gehalten; dafür aber verbreitet sich eine dec0- 
rative Sculptur über alle freigelassenen Stellen. Rauten, 
Schuppen, Dreiecke füllen die Wandfläehen, und geben 
1'] So in der Vorhalle des Domevon Ely, wo unten eine einfache 
Bogenstellung, darüber eine von Kreuzungsbögen, dann eine von ge- 
kuppelten Säulen, dann neben den Fenstern wieder gekreuzte Bögen, 
endlich darüber noch eine Zwerggallerie angebracht sind.
        

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