Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935025
Charakteristik 
und 
Details. 
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einer, meist ungetheilten BogenöHnung über jedem Scheid- 
bogeu, durch welche der Blick ungehindert auf das Sparren- 
werk der Seitendächer fällt. Diese Ocifnuilgerl sind mit 
mehreren starken VVürfelsäulen besetzt. Eben solche Säulen 
waren dann auch als drittes Stockwerk vor den Oberlich- 
tern  angebracht. 
Krypten und Seitenschiffe, auch wohl der Chor waren mit 
Kreuzgewölbcn bedeckt, das Mittelschiff dagegen mit einer 
Holzdecke versehen, die mit Malerei und Vergoldung reich 
geschmückt wurde. Man legte Werth auf (liesen Schmuckmk). 
Im Jahre 1147 wurde zwar, nach der Angabe eines fast 
gleichzeitigen Chronisten, eine der grösseren Kirchen, der 
Dom zu Lincoln, in Steinen überwölbt ilti-"JQ, sollte indessen 
diese Nachricht nicht bloss auf die Seitenschiffe zu beziehen 
sein, wie es wahrscheinlich ist, so blieb jedenfalls dies 
Beispiel ohne Nachahmung; erst mit dem gothisehen Style 
wurde die W-Tölbung allgemeiner, und selbst da wurde die 
 Welche indessen in den meisten Fällen später verändert sind. 
Die Kirche zu Waltham gibt noch ein Beispiel der älteren Anordnung. 
w) Im Dom zu Canterbury, welchen Lanfranc anfing und Anselm 
fortsetzte, war, wie Gervasius bemerkt, coelurn ligneum egregia pictura 
decoratum. Die Malerei war so bedeutend, dass sie zufolge Wilh. v. 
Malmesbury (de Gest. Pontif. Angl. p. 133) die Augen des Beschauers 
aufwärts zog (pieturae quae mirantis oculos trahunt ad fastigia lacuna- 
ris). An einigen der erhaltenen alten Holzdecken bemerkt man noch 
jetzt die Ueberreste dieser Ausschmückung, z. B. in der Kathedrale 
von Peterborough, in der Abteikirche von St. Albans u. a. a. O. 
M?) Giraldus Oambrensis (geb. 1145) in seiner Lebensbeschrei- 
bung der Bischöfe von Lincoln sagt es ganz bestimmt: Alexander eccle- 
siam Lincolniensem, casuali igne consumptam, egregie reparando lapi- 
deis firmiter voltis primus involvit. Dass diese Herstellung nicht nach 
dem Brande von 1124, sondern erst nach dem von 1141 und zwar 
zwei Jahre nach der im J. 11-15 unternommenen Reise des Bischofs 
Alexander erfolgte, sagt Rich. v. Hoveden p. 230 (Gloss. III, ad ann. 
1146). Schon Gally Knight hält die Autorität des Giraldus nicht für 
ausreichend, um eine Ueberwölbung des Mittelschiffs hier in so früher 
Zeit anzunehmen.
        

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