Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934975
388 
England. 
zu London, dessen Kapelle noch jetzt erhalten ist. Sie ist 
dreischiffig und mit einem Tonnengewölbe bedeckt, das 
nicht im Keilschnitt, sondern aus kleinen keilförmigen, 
durch Mörtel verbundenen Steinen zusammengesetzt ist. 
Besonders merkwürdig aber ist, dass die Pfeiler schon die 
für den englisch-normannischen Styl charakteristische, auf 
dem Continent und namentlich in der Normandie unbekannte 
Form 
schwerer 
Rundsäulen 
haben. 
Auch 
die 
Knäufe 
der- 
selben sind abweichend von denen der Normandie, Weder 
  korinthisirend, noch 
 _ Würfelförmig, sondern, 
l wie es diese Pfeiler- 
  Vlv  form mit sich bringt, 
 N I  [l  niedriger, nnd erin- 
X h"?   nern nur durch die 
f?   ' Voluta und das Klötz- 
  111.11]: ehen, das hier freilich 
Wim mm) London. "  eine andere Bedeutung 
hat, an die korinthi- 
sirende Form. Ueber die Ursachen, Welche zur Annahme 
dieser Pfeilerform führten, können wir nur V ermutlumgen 
aufstellen. Höchst Wahrscheinlich ist es aber, dass die bei 
den sächsischen Bauten hergebrachte Verwendung von klei- 
nen und unregelmässigen Bruchsteixlen dazu veranlasste, 
indem man aus solchen nicht fiiglich schlankere Säulen her- 
vorbringen konnte. Die Normannen behielten, wie auch 
das Tonnengewölbe der erwähnten Kapelle zeigt, die Ver- 
wendung solcher Steine bei, an welche die einheimischen Ar- 
beiter gewöhnt waren, und umgaben nur die hergebrachten 
Rlmdpfeiler statt mit Mörtelbewurf mit behaueilen Steinen. 
In den ersten Jahren nach der Eroberung gestattete 
die Unruhe der Zeiten wohl nur selten die Errichtung 
grosser Gebäude. Erst unter der Regierung des Wilhelm
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.