Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934840
Ueberblick 
seiner 
provinzialen 
Schulen. 
375 
schon in reicher Entwickelung. Auch deutet der Einfluss, 
welchen die burgundische Gegend auf die Normandie aus- 
übte, und den wir Wiederum am Ende jenes Jahrhunderts 
schon überwunden und mit nordischen Formen verschmol- 
zen sehen, auf solche frühere Entstehung hin. Der Faea- 
denstyl von Aquitanien endlich wird etwas später unter 
dem Einflusse des durch die Kreuzzüge angeregten ritter- 
lichen Geistes aufgekommen sein. 
Vergleichen wir dann Frankreich in clnonologischer 
Beziehung mit Deutschland und mit Italien, so lässt sich, 
abgesehen von der ruhig beibehaltenen antiken Form im 
Süden und Westen von Frankreich und in Italien, und in 
Beziehung auf die Entwickelung eines neuen Bausystems, 
kaum eine Priorität und noch Weniger eine entscheidende 
ElllßilPkllllg des einen Landes auf das andere nachweisen. 
In Deutschland werden die sächsischen Gegenden, in Frank- 
reich die burgundischen schon in der ersten I-Iälfte oder um 
die" Mitte des elften Jahrhunderts einige Festigkeit ihres 
localen Stxils erlangt haben. Aber erst in der zweiten Hälfte 
desselben treten die Eigenthümlichkeiten der meisten Pro- 
vinzen deutlicher hervor. Um diese Zeit hatte in Toscana 
der einheimische Styl schon die Reife erlangt, von welcher 
der Dom zu Pisa Zeugniss giebt, war in Sachsen schon 
die rhythmische Anlage der Kirchen festgestellt, mussten 
in Burgund schon grössere VVerke vorhergegangen sein, 
welche einen so kolossalen und so (lurchdachten Plan, wie 
den von Cluny möglich machten. Am Ende desselben Jahr- 
hunderts und am Anfange des folgenden sehen wir endlich 
die gewölbte Basilika in Modena und anderen lombardischen 
Bauten, in den mittelrheinischeir Domen, in der Normandie 
wiederum so gleichzeitig entstehen, dass sich nicht sagen 
lässt, wo der Gedanke zu dieser neuen und kühneren Form 
zuerst 
in 
Ausführung 
gebracht 
sei. 
Diese 
Vergleichungen
        

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