Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934794
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Frankreich. 
Wölbe mit ihren Bögen trugen, das Mittelschiff war aber 
von Pfeilern begränzt  Auch sonst finden sich noch 
einige romanische Ueberreste in dieser Provinz älter], aber sie 
sind wenig bedeutend und lassen kein festes System erkennen. 
Wie hier burgundische und deutsche Einflüsse, mischen 
sich in den südwestlichen Provinzen und an den Ufern der 
Loire normannische Formen mit südlichen. S0 zeigt die 
alte Klypta der erneuerten Kirche St. Aignan in Orleans 
korinthisirende, daneben aber auch Würfelkapitäle, und 
zugleich das normannische Ornament sich durchkreuzendei- 
Bögen, so der Chor der gTOSSBII Kirche St. Pere in 
Chartres einen Chorumgang, aber Wiederum ebenso wie 
die aufgehobene Kirche St. Andre derselben Stadt nor- 
mannische Kapitälformen und Portalverziernngen. 
Und so weisen denn diese Bauten überall noch auf den 
Mangel einer entschiedenen Richtung, zugleich aber auf 
die Neigung hin , die benachbarten _Schulen zu benutzen 
und ihre Eigenthümlichkeiten zu verschmelzen. Diese Ge- 
gend, die in der folgenden Epoche so fruchtbar und vor- 
herrschend werden sollte, sparte gleichsam noch ihre Kräfte 
und wartete, bis ihre Zeit gekommen sein würde. 
Nachdem Wir so die einzelnen Provinzen Frankreichs 
kennen gelernt haben, Wird es nöthig sein, zurückzublicken, 
um uns die Mannigfaltigkeit der Richtungen und Formen, 
Vgl. 
eine Zeichnung dieser Anordnung von Violet-le-Duc a. 
 Vgl. den betr. Band der Voyage dans Pancienne France, St. Jean 
in Chalons Lief. 57, der Chor in Vassy Lief. 63, einzelnes von St. 
Pierre in Bar-sur-Aube, ein Portal aus Thil-Chatel  In den Dorf- 
kirchen sind oft neben der runden Chornische am Ende der Seiten- 
sehiffe viereckige (Lief. 24 und 27) oder in der Mauerdicke versteckte 
(22  28) Kapellen, oder der Chorschluss selbst ist rechtwinkelig (Lief. 
5 und 22), oder im Aeusseren polygonförmig (Epoy bei Rheims Lief. 23).
        

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