Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934763
Picardie 
und 
Champagne. 
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kenform mit gerader Decke und Rundsäulexi in antiken 
Verhältnissen  Die Ueberreste aller dieser Bauten zei- 
gen, dass die antiken Reminiscenzen sich hier zwar nicht 
so lebendig wie in der Provence oder Burgund, aber mehr 
als im Poitou oder in der Normandie erhielten. Namentlich 
zeigt sich an den Kapitäleil noch immer die Erinnerung 
an die korinthische Form. 
In der Picardie haben sich noch einige Monumente 
wenigstens des elften Jahrhunderts erhalten. Dahin gehört 
hauptsächlich die ehemalige Kathedrale von Beauvais, jetzt 
le bas oeuvre genannt, eine einfache Basilika mit Rundbögen 
und gerader Decke, auf viereckigen Pfeilern ruhend, ohne 
feineres Detail, aber mit römischem Mauer-Werk. Aehnlich 
ist die angeblich 1021 gebaute Kirche N. D. de N esle 
im Departement der Somme. Diese und andere Ueberreste 
ergeben, dass hier die gerade Decke allgemein üblich und 
der Pfeiler häufiger war, als die Säule  und dass 'l'onnen- 
geWölbe fast gar nicht vorkamen. Der Rundbogenfries 
findet sich zwar, doch nicht so allgemein wie in Deutsch- 
land; vielmehr vertraten Kragsteine mit Larven oder Thier- 
köpfen ihre Stelle. Ueberhaupt waren die Bauten höchst 
schmucklos und einfach, selbst Krypten finden sich hier 
seltener als sonst. 
Zahlreicher sind die romanischen Ueberreste der Cham- 
pagne. Die Krypta von Jouarre mit dem G-rabmal des 
i) Von den nicht unbedeutenden, zu Tage geförderten Ueber- 
resten dieser Kirche giebt die unter den Auspicien des französischen 
Ministeriums herausgekommene Statistique monumentale de Paris einige 
Abbildungen. 
M) Vgl. im Allg. Woillez in den Memoires des Antiquaires de 
1a Picardie. Vol. VI, p. 190 fli, und die Abtheilung Picardie in der 
Voyage dans llancienne Franco. In den alten Theilen der Abteikirche 
zu Montiärander finden sich dicke Rundsäulen mit Knospenkapitälen 
und Eckblättern, welche indessen schwerlich noch aus den letzten Jah- 
ren dieser Epoche herrühren.
        

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