Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934707
Die 
Abteikirchen 
V0 ll 
Caen. 
361 
men. von dem der südlicheren Gegenden, namentlich Bur- 
gunds und der Auvergne, ausgegangen ist. Der Zusam- 
menhang, den diese Gegenden schon in der Zeit des Abtes 
VVilhelm von Dijon hatten, dann auch die Anhänglichkeit 
an die Form der 'l'ribune, die nun theils in ein 'l'rif0riu1n, 
theils, wie in St. Etienne, in eine emporenartige Architektur 
umgewandelt wurde, sprechen dafür. Indessen hatte man 
dies Vorbild durch bessere Ausbildung des ganzen archi- 
tektonischen Organismus bedeutend übertrotlfen, und somit 
ein eigenthümliches Bausystem geschaffen, das, vermöge 
seiner augenscheinlichen Consequenz, auch Weiterhin Nach- 
ahmung fand und für das gesammte nördliche Frankreich 
maassgebend wurde. Dass die erwähnte Baugruppe aber 
der Zeit Wilhelms des Eroberers, oder doch der von sei- 
ner Zeit ausgehenden Entwickelung zuzuschreiben ist, dafür 
spricht auch der Umstand, dass die späteren, bald darauf 
entstandenen Bauten der Normandie schon wieder andere 
tiiiVOlljlbtlvßißhßllllß Formen zeigen. 
Zu diesen späteren Bauten gehört zunächst die Kathe- 
drale von Bayeux in den unteren Arcaden des Schiffes, 
da der obere Theil erst im vierzehnten Jahrhundert hinzu- 
gefügt ist und der Chor frühgothischen Styl zeigt. Die 
Baugeschichte ist hier Wieder sehr dunkel; 1106 war die 
Kirche abgebrannt, 1159 litt sie aufs neue durch eine Feuers- 
brunst, 1183 bedurfte sie noch so sehr der Baumittel, (lass 
man beschloss, die Einkünfte erledigter Kanonikate dazu 
Zll Verwenden. Wahrscheinlich stammen also auch diese 
unteren Arcaden erst aus der zweiten Hälfte des zwölften 
Jahrhunderts. Jedenfalls zeigt sich hier eine andere Ge- 
staltung des normannischen Styles, eine glänzende Ausbil- 
dung des Decorativen auf Kosten des Organischen. Die 
Pfeiler sind sehr viel reicher gegliedert, mit mehreren Säulen 
besetzt, aber alle gleicher Höhe; statt des einen hochauf-
        

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