Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934684
Die 
Abteikircheln 
VOII 
Caen. 
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fuug findet man aber, dass der Schein der 
Frische durch die vortreffliche Conservation 
Neuheit und 
des schönen 
Materials aus den noch jetzt berühmten Steinbrüchen der 
Umgegend entsteht, in welchem sich alle Formen noch mit 
ursprünglicher Schärfe zeigen, während die Details an Ka- 
pitälen, Basen und Prolilirungen denn doch entschiedene 
Kennzeichen frühester Entstehung tragen. Dagegen schei- 
nen die Gewölbe, obgleich noch durchweg rundbogig, nicht 
ursprünglich beabsichtigt zu sein. In St. 'l'rinite ist sogar 
die Vorlage im Mittelsehiffe nicht im Mauerverbande des 
Pfeilers, und also später hinzugefügt, in St. Etienne hängt 
sie zwar mit ihm zusammen, dafür aber entspricht die 
Stellung der Fenster nicht den Gewölben. Ob nun eine 
gerade Decke, wofür die Analogie anderer Kirchen dieser 
Gegend spricht, oder 0b ein 'l'onnengewölbe mit Gurtbögen 
nach dem Vorbilde der südlichen Provinzen beabsichtigt 
worden, worauf die Pfeiler von St. Etienne und das halbe 
Tonnengewölbe der Seitensehiife deuten könnten, muss 
dahin gestellt bleiben. Jedenfalls aber ist auch die jetzige 
Lleberwölbung, namentlich die von St. Etienne, ihren For- 
men zufolge nicht viel später, als der übrige Bau, und 
vielleicht schon durch eine Aenderung des Planes, noch 
Während der Fortsetzung desselben entstanden  
Die Kirche St. Nicola, jetzt ein Militärmagazin, aber 
ü) Gally Knight bezweifelt, weil man zur Zeit der Eroberer 
schwerlich schon so grnsse Räume überwölbt habe, die Ursprünglich- 
keit der Gewölbe. Indessen bestanden im südlichen und westlichen 
Frankreich gewiss schon längst bedeutende Tonnen- und Kuppelge- 
wölbe, und es ist daher nicht so sehr unwahrscheinlich, dass man auch 
einen Versuch mit grösseren Kreuzgewölben gemacht habe. Caumont 
(Bull. monum. VIII, 157) giebt zu, dass die Gewölbe ein wenig 
später sein können, als die Mauern, und stimmt daher mit meiner An- 
sieht überein. Jedenfalls liegt kein Grund vor, mit Mertens (die 
Baukunst des Mittelalters, Berlin 1850, S. 105) beide Kirchen im 
Ganzen in die Zeit von 1140 zu verweisen.
        

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