Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934676
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Normandie. 
laufenden Abschrägung, die Kapitäle sind koriuthisirend, in 
St. Etienne und St. Nicola in strenger, alterthiimlicher 
Weise, mit schmucklosen, scharf geschnittenen Blättern, 
Voluten und Klötzchen, in St. 'l'rinitö mit mannigfachen, 
aber sehr primitiven Variationen dieser Grundform. Deck- 
platte und Gesims sind höchst einfach, eckig und unter- 
wärts abgelaset. Auch der Scheidbogen ist eckig profilirt, 
von einem Gurt unterstützt, am Wandbogen mit einge- 
kerbtem ltundstabe. Ueber dem Gesimse befindet sich in 
'l'rinit6 
und 
im 
Kreuz 
und 
Chor 
V01] 
Nicola 
eine 
blinde Arcatur, eine Art Triforium, in St. Etienne eine 
Empore von der Breite der unteren Arcaden, mit Säulen 
besetzt und mit erhöhtem Bogen. Sehr bemerkenswerth 
ist, dass diese Empore mit einem halben Tbnnengewölbe 
sich an (las llauptschifl" lehnt, und dass das darunter be- 
findliche Kreuzgewölbe der SeitenschiHe offenbar später 
hineingefügt ist , so dass ursprünglich das Seitenschiß bis 
zu jenem Halbgewölbe hinaufstieg und jene Oelihuxigeix 
also eine nicht vorhandene Gallerie andeuteten. Es scheint 
daher, dass man hier einem südlichen V orbilde , etwa aus 
Burgund, folgte , sich aber 7 da ein wirkliches Bedürfniss 
zu einer Empore nicht vorhanden war, die untere Wölbung 
ersparte, oder dass man in der, durch das nördliche Klima 
bedingten Vorliebe für hellere Beleuchtung auf diese Weise 
dem Mittelschiffe mehr Lieht zukommen lassen wollte. Die 
Oberlichter stehen jetzt einzeln unter jeder Hälfte des sechs- 
theiligeu Gewölbes, und sind durch eine Arcatur verziert, 
die jedoch in St. Etienne nur einen Nebenbogen, und zwar 
immer auf der äusseren Seite jedes Kreuzgewölbes, hat, 
eine Einrichtung, welche darauf hinweist, dass die Fenster 
ursprünglich nicht auf diese Gewölbart eingerichtet waren. 
Auf den ersten Blick geben uns beide Gebäude keines- 
weges den Eindruck eines hohen Alters. Bei näherer Prü-
        

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