Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934423
Baptisterien 
und 
Grabmonumente. 
333 
Nachdem wir die Eigenthümlichkeiten dieser Provinzen 
betrachtet haben, will ich noch einiger Gebäude von unge- 
wöhnlichem Grundplan erwähnen, Welche gerade hier ziem- 
lich häufig vorkommen, und die man wegen ihrer auffal- 
lenden Gestalt für römische oder druidische Tempel oder 
gar für Bauten der Araber gehalten hat. Sie sind keines- 
weges ausländischen Ursprungs, sondern dem gewöhn- 
lichen Cultus angehörig, im elften oder zwölften Jahr- 
hundert erbaut, und haben bald vermöge ihrer Bestimmung 
als Grabmonumente oder Baptisterien, bald in Berücksich- 
tigung örtlicher Umstände oder durch eine Laune ihres 
Stifters die ungewöhnliche Form erhalten. Ich stelle, um 
nicht darauf zurückzukommen, die bekanntesten dieser M0- 
numente aus dem ganzen Frankreich zusammen, ohne mich 
ängstlich an die Gränzen dieser Epoche zu binden. In der 
Provence findet sich hoch im Gebirge in dem Departement 
der unteren Alpen das Kirchlein von Riez, ein Rundbau 
auf acht antiken Säulen, in der Umfassungsmauer mit acht 
Nischen , vielleicht ursprünglich eine Taufkirche wie das 
Baptisterium bei der Kirche St. Sauveur in Aix, das bei 
ähnlicher Anlage ebenfalls antike Säulen hat. Bedeutender 
ist die zu der ehemaligen Abtei Montmajour bei Arles 
gehörige Kirche S. Croix, ein grosser Rundbau, einem 
römischen Mausoleum ähnlich, vermittelst drcier Apsiden 
und einer Vorhalle ein griechisches Kreuz bildend, übrigens 
schmucklos, nur von einem Gesimse mit dem Eicrstabe 
bckrönt. Eine alte Inschrift im Inneren der Kirche schreibt 
ihre Gründung Karl dem Grossen zu und bringt sie mit 
einem Siege, den er hier über die Araber erfoehten haben 
soll, in Verbindung; da diese Grossthat eine dem proven- 
zalischen Sagenkreise angehörige Fabel, und das Kirch- 
und 
la France, V0]. 
de 
a") Vgl. Millin Voy. dans les däp. de midi 
Fourtoul, PArt an Allemagne III, 148. 
III:
        

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