Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934338
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Aquitanien. 
übrig. Dass diese aber in so vielen Fällen Eingang fand, 
erklärt sich dadurch, dass sie im Vergleich mit dem Ton- 
nengewölbe, das hier allein bekannt war, sich als eine 
vollkommenere, für die Zwecke kirchlicher Anlagen besser 
geeignete Wölbnngsart empfahl. Sie modificirte zwar auch 
die Anlage der Kirchen, indessen kam ihr auch da der 
Gebrauch einer Gegend, in Welcher einschiffige Kirchen 
nicht selten waren, zu Statten, und sobald sie endlich mit 
der günstigeren Gewölbeform, mit dem Kreuzgewölbe, in 
Conflict kam, verlor sie sofort ihre Eigenthünllichkeit, und 
ging mehr und mehr in dasselbe über. 
Ausserhalb des bezeichneten Districtes und der genannten 
Fälle verschwinden die Spuren dieses byzantinischen Ele- 
mentes völlig. Zwar finden sich in Frankreich noch an- 
dere Kuppelbauten. Ein solcher ist z. B. die Abteikirche 
von Germigny-les-pres im Gebiete von Orleans 
ein Gebäude, das sich byzantinischen Anlagen mehr, wie 
irgend eines im Abendlande, nähert; denn es besteht aus 
einem quadraten Hauptkörper, welcher im Westen in eine 
Vorhalle, auf den drei anderen Endpunkten des Kreuzes in 
Conchen ausladet, und in seiner Mitte von vier Pfeilern in 
neun Gewölbfelder getheilt ist, deren mittleres eine Kuppel 
trägt, um die sich im griechischen Kreuze 'l'onnengewölbe, 
in den vier Ecken halbe Toiniengewölbe lagern. Aber 
dieses Gebäude stammt, nach der glaubhaftesten aller In- 
schriften im], aus der karolingischen Zeit. Auch die Ka- 
thedrale von Puy im Velai und mehrere Kirchen dieser 
Diöcese sind durchweg mit einer Art von Kuppeln bedeckt; 
allein diese Kuppeln sind ganz anders gebildet, von dafür 
i") Vgl. Cäsar Daly, Revue de PArch. V01. VIII, pl. X und XI, 
und p. 113. 
Im] Sie befindet sich nämlich in dem Mosaik der Chornische 
(dem einzigen Werke dieser Technik in Frankreich), und nennt den 
Abt Theoduiph (um 806) als den Erbauer. Annal. archeol. VI, p. 229. 
und XI,
        

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