Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934268
Fontävrault. 
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leicht reicher und schöner, ganz mit Sculptiwen bedeckt. 
Man kann schwerlich annehmen, dass von dem schon im 
Jahre 1017 geweihten Bau irgend etwas erhalten ist, selbst 
die einfachere, westliche Abtheiluilg wird erst aus der Zeit 
des Bischofs Gerhard (1101  1136), von dem ausdrück- 
lich erzählt wird, dass er die Kirche zu bauen angefangen 
habe , das Uebrige aus einer späteren, vielleicht sich 
daran anreihenden Zeit herstammen. 
Au diese Kathedrale sehliesst sich dann das vereinzelte, 
nördlich gelegene Glied dieser Reihe, die Kirche der gros- 
sen Abtei von Fontevrault, an, ehemals die Grabstätte 
der englischen Könige aus dem Hause Plantagenet, jetzt 
entweiht und zu einer Correctionsaxistalt herabgesunken im). 
Die Stiftung einer Kirche fand hier schon im Jahre 1101, 
die Weihe 1119 statt; aber ohne Zweifel ist dies Gebäude 
nicht erhalten. Auf den Ruf des berühmten Busspredigers 
Robert von Arbrissel, der im Anfange dieses Jahrhunderts 
Frankreich durchzog, hatte sich hier eine Sehaar von etwa 
3000 Bilssfertigen versammelt, die sich anfangs im Freien 
lagerte, und deren geordnete Unterbringung für lange Zeit 
die Arbeitskräfte in Anspruch nehmen musste. Jene Weihe, 
die überdies, wie so viele dieser Gegend, bei Gelegenheit 
der Durchreise des Papstes Calixtus II. ertheilt wurde, bezog 
sich daher gewiss auf eine provisorische Kirche, Welcher 
später, vielleicht nicht allzulange darauf, als sich königliche 
i") Die Ohronikenstellexl erwähnen seiner Beziehung zum Kirchen- 
bau zwei Mal. Beim Jahr 1109 wird angeführt, dass er die Kirche a 
primo lapide aedificavit, bei seinem Todesjahr 1136 wird es beklagt, 
dass er unter schlechtem Steine extra ecclesiam quam ipse aedifi- 
cavit ruhe (Inkersley a. a. O. S. 62]. Beides nöthigt nur auf Er- 
bauung eines Theiles der Kirche zu schliessen. 
 Die Kirche selbst ist zum Theil zu Gefängnissen verbaut, und 
schwer zugänglich; F. de Verneilh, der sich auf gleiche Forschungen 
anderer Archäologen beruft, hat sie jedoch untersucht und giebt nähere 
Nachricht.
        

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