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Aquitanien.
Fällen die Kuppeln nur im Langhause, mit Einschluss der
Vierung des Kreuzes, während die Kreuzarme und der
Chor mit Tbnnengewölben bedeckt sind. Iläufig ist der
Chorschlnss rechtwinkelig, doch kommen mehrere Male
einfache runde Chemischen vor; so namentlich in der Ci-
stercienserkirche Boschaud (de Bosco cavo], Welche, ab-
weichend von den baulichen Traditionen dieses Ordens, im
Langhause ebenfalls die Kuppelform angenommen, dagegen
die runde Chornische und die zwei kleineren Nischen auf
den Kreuzarmen beibehalten hat. Bei den grösseren Kir-
chen dieses Styles finden sich, wie an der schon erwähnten
Kathedrale von Cahors, Kapellenkränze, theils von halb-
runden, theils von polygonen Nischen; so hat die Abtei-
kirche von Souliac drei, der Dom St. Pierre von Angou-
leme vier (diese beiden auch noch neben senkrechten Ni-
sehen der Kreuzarme], die Abteikirche von Solignac sogar
fünf radiantc Kapellen, allein überall ohne Umgang und mit
'l'onnen- und Halbkuppelgewölben des Chorraumes.
Die reichste Ausbildung unter diesen Kirchen hat die
Kathedrale von Angouleme. Hier haben nämlich die
Wandpfeiler auf der Stirnseite zwei, auf jeder der inneren
Seiten eine Säule; die Gurten und Schildbögen sind zwar
eckig profilirt, aber doch schon durch einen Unterfangs-
bogen gegliedert. Noch reicher ist diese Gliederung an
den Wandareaden, wo vor dem WVandpilaster unter einem
gemeinsamen, reich verzierten Kapitäle eine Halbsäule steht,
und die Bögen in entsprechender Weise getheilt lmd mit
einer zierlich gebildeten und verzierten Archivolte bedeckt
sind. Auch das Gesims ist hier, was in keiner anderen
dieser Kirchen vorkommt, mit Ornamenten versehen, und
die zwei Fenster des Bogenfeldes sind mit Säulehen be-
setzt. Die Facarle endlich ist in der Weise, wie die später
zu erwähnende von N. D. la grande in Poitiers und viel-