Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934187
Front 
in 
Pärigueux. 
309 
der gleichzeitigen Basiliken, besonders der sächsischen, im 
stärksten Gegensatze steht. 
Fragen wir nach den Erbauern dieser Kirche, so ist 
zunächst so viel gewiss, dass sie die Marcuskirche genau 
gekannt haben, mochten sie nun Venetiailer oder gar Grie- 
chen, die an der Marcuskirche gearbeitet, oder Franzosen 
sein, welche an derselben Studien gemacht hatten. Dass 
griechische Künstler in diese Gegend gekommen, Wird nir- 
gends berichtet. Man hat darauf Gewicht gelegt, dass der 
Begründer der Marcuskirche, der Doge Orseolo, sich im 
Jahre 978 in ein Kloster in den Pyrenäen zurückzog, und 
dass sich, wie wenigstens ziemlich vollständig erwiesen ist, 
im zelmten Jahrhundert, freilich ilicht- im Perigord, Wohl 
aber nicht sehr weit davon, in Limoges, Venetianer nie- 
(iergelassen hatten. Allein eine Einwirkung jenes Dogen, 
der sich eben aus der Welt zurückziehen Wollte und 
dessen Kloster sehr entfernt von Perigueux lag, oder jener 
Venetianer, deren Aufenthaltsort Limoges keinesweges ve- 
netianische Bauformen zeigt , ist durchaus unwahrschein- 
lich  zumal fremde Baumeister sich nicht versagt haben 
würden, gerade in der Ornamentation ihren feineren Ge- 
schmack geltend zu machen. Man wird daher annehmen 
müssen, was allerdings eine für diese Epoche nicht minder 
merkwürdige 'l'hatsache ist , dass Franzosen diese Studien 
an der Marcuskirche gemacht und hier zur Anwendung 
gebracht haben. 
Selbst die Entstehungszeit dieser, offenbar nach einem 
festen Plane durchgeführten Kirche ist zweifelhaft. Die bei 
dem bischöflichen Stifte von Perigueux nach dem Tode 
 Vgl. bei Fel. de Verneilh a. a. O. S. 129 das Nähere über 
diese venetianisohe Kolonie und die Widerlegung der von du Somärard 
Part au moyen age III, 146 und 321 mit Vorliebe ausgeführten Hypo- 
these von der Einwirkung dieser Venetianer auf den Bau von St. Front.
        

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