Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934161
Front 
in 
Pörigueux. 
307 
wie in den nleisten Kirchen des Orients, in jeder Kuppel zwölf 
Fenster angebracht sind, haben hier nur die mittlere Kuppel 
und die am Eingange dergleichen, und zwar nur vier; da- 
gegen sind die Fenster der äusseren VVände zahlreicher und 
grösser. Theils" die Unsicherheit der Architekten, denen 
jene OeHnungen gefährlich für die Solidität der Kuppeln 
erscheinen mochten, theils das nordische Bedürfniss grösse- 
rer Beleuchtung nlochten diese Aenderung herbeiführen. 
Ferner fehlen die Säulengänge und Gallerien, welche in der 
venetianisehen Kirche das Hauptschiff von den Krenzarmen 
trennen, es sind jedoch Säulen als Schmuck an den Wän- 
den angebracht. Auch schloss sich nach abendländischer 
Sitte ein Gl0ckenthurn1 an die Kirche an, ohne jedoch den 
Plan des Gebäudes zu modiiiciren. Am Autfallendsten end- 
lich 
ist 
die 
Verschiedenheit 
der 
Ornamentationl. 
Auf 
die 
glänzende Ausstattung mit edlen lilarmorarten oder antiken 
Säulenstännneil, welche die venetianischen Schiffe aus dem 
Orient brachten, musste der Meister von St. Front verzieh- 
ten. Er war daher bei der Ausschmückung des Aeusseren 
auf die Formen des einheimischen Styls beschränkt, die 
für diese grössereil und breiteren Mauern nicht ausreichten. 
S0 ist denn das Aenssere ebenso kahl luld schwerfällig, 
als es am venetianischen Dome reich und prachtvoll ist; 
die hohen WVände sind ausser einer Gruppe einfacher Fen- 
ster nur durch Giebel mit breitem Gesimse verziert. Noch 
weniger haben die ornamentistischen Details eine Beziehung 
auf byzantinischen Styl; die Basis der Säulen ist die atti- 
sche, die Kapitale nähern sich den korinthischen, die Wände 
waren, wie man an schwachen Spuren sieht, im Inneren 
mit farbigen Ornamenten versehen. Dennoch ist das Innere 
bedeutend reicher und belebter als das Aeussere; die Mauern 
zwischen den nlächtigen Pfeilern geben Nischen, an wel- 
chen Säulen aufgestellt sind, so dass der ganze Raum, 
1.0 m
        

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