Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934125
Diöcese 
Bordeaux. 
303 
Bordeaux unterscheiden sich urenig von den Bauten des 
Languedoc; sie haben die einfache Basilikenfornr mit wenig 
ausladenden) Kreuzschiffe und senkrecht auf der Axe ste- 
henden Kapellen, 'l'onnengeu'ölbe mit Gurtbögen, Pfeiler 
mit Halbsäulen, den einfachen Chorsehluss, dabei zuweilen 
vortreffliche Ornamente, korinthisirende Kapitäle von schön- 
ster Ausführung. Doch regt sich schon hier jener phan- 
tastische Geist; bizarre 'l'hiergestalten, verzerrte Köpfe die- 
nen als Kragsteine, und die Facade von Loupiae erinnert 
mit ihrem Arcadensehmuck schon an den decorativen Styl 
des Poitou. Zu den berühmtesten VVerken dieser Gegend 
gehört das Kloster Moissac (Farn und Garonne), haupt- 
sächlich freilich wegen seiner zum Theil sehr schönen, 
zum Theil wenigstens höchst phantastischen Sculpturen. Die 
alte im Jahre 1063 geweihete Kirche besteht nicht mehr 
und ist durch spätere, bedeutungslose Constructionen er- 
setzt; nur die kolossale, aber höchst einfache Vorhalle ist 
noch aus jener Bauzeit (Wahrscheinlich von 1063-1072) 
erhalten und ihr Portal, so wie der Kreuzgang sind mit 
jenen Seulpturen, von denen ich an der geeigneten Stelle 
sprechen werde, geschmückt. Beide stammen, wie wir 
sehr bestimmt wissen, aus der Zeit des Abt ränsquilinus 
um das Jahr 1100. Die Kapitäle des Kreuzganges sind 
noch mit einem Anklange an das korinthische gebildet, aber 
sehr phantastisch verziert. Besonders merkwürdig ist aber, 
dass sich am Portale und Kreuzgange der Spitzbogen in 
stumpfer Form, also hier mit einen: ganz sicheren und für 
diese Gegend frühen Datum findet. e). 
 Abbildungen in der dfoyage dans Pancienne France und bei 
Alex. de Laborda, der Kreuzgang auch bei Gailhabaud, V01. II. Die 
Inschrift, welche n it den Sculpturen des Kreuzganges unzweifelhaft 
gleichzeitig ist, nennt den Namen des Ansquilinus und das Jahr 1100. 
Anno ab incarnatione aeterni principis millesimo centesimo factum est 
claustrum istud tempore Domini Ansquilini abbatis. Auch in den Ann.
        

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