Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931195
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Erste 
Epoche. 
schliesst, mit dem Zeitalter, zu dem wir jetzt übergehen, 
so erkennen wir sofort, dass in jener das Leben sich 
formlos und unsicher bewegt, nur vorübergehend durch 
einzelne grosse Persönlichkeiten getragen wird, Während in 
diesem alsbald sich bestimmte Formen und Gegensätze bil- 
den, welche allen Erscheinungen eine mehr geregelte Ge- 
stalt geben. Forschen Wir dann weiter nach den begrün- 
deten Ursachen dieser Veränderung, so finden wir, dass 
sie hauptsächlich eben in der Zersplitterung jener karolin- 
gischen Monarchie, in dem Eiltstehen verschiedener Natio- 
nen, in dem Hervortreten germanischer Elemente liegen. 
Nachdem das römische Reich durch die Germanen gefallen 
War, nachdem sich iln-e Stämme in den verschiedenen Län- 
dern desselben ansässig gemacht, in verschiedener Dich- 
tigkeit und Kraft mit Bewohnern desselben gemischt hatten, 
traten zunächst römische Gedanken, namentlich der Begriff 
einer grossen politischen Herrschaft, einer Weltmonarchie, 
in den Vordergrund. In ihnen allein glaubte man das Mittel 
staatlicher Ordnung zu finden. Aber weder das germa- 
nische Gefühl, noch die Bedürfnisse der Kirche fanden 
dabei ihre Befriedigung. Beide verlangten eine Freiheit, 
welche mit jenen imperatorischen Ideen nicht zu vereinigen 
war, und die Reaktion dieses germanischen lfreiheitsgefühls 
brach endlich jene Weltmonarchie und gab auch der Kirche 
eine gimstigere Stellung. 
Das grosse Ereigniss, mit dem dieser Prozess begann, 
War das Auftreten der Deutschen als einer selbstständigen 
Nation. Dadurch, dass Deutschland sich aus der Masse 
des karolingischen Ländergebietes sonderte, dass ein rein- 
germanisches, ungemischtes Volk einen mächtigen Staat 
bildete, dass es mit Italien, dem Lande überwiegend rö- 
mischer Färbung, mit der Kirche, der Vertreterin der Tra- 
dition, in Gegensatz und Verbindung trat, begann die bes-
        

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