Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-934029
Vezelay. 
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sich in drei Absätzen nach oben verjüngt, und also ein 
Strebesystenl im Grossen durchführt. Das Dachgesimse 
ruht auf Kragsteiilen, zwischen denen kreisförmige Orna- 
mente einen fortlaufenden Fries bilden. Das Gebäude hatte 
früher vier Thürme, zwei an der Faeade. zwei an den 
Kreuzarmen; die beiden nördlichen sind in den Religions- 
kriegen zerstört, die beiden anderen bestehen noch er]. 
Bedeutend grösser und einflussreicher als alle diese klö- 
sterliehen Stiftungen War die von Cluny, des berühmten 
Mutterklosters eines weit verbreiteten Ordens, dessen Name 
auch in der Baugeschichte eine grosse Bedeutung hat. Es 
stand in der zweiten Hälfte des elften "Jahrhunderts auf der 
Höhe seiner Macht und Blüthe und zählte nicht Weniger 
als dreitausend Mönche. Dem entsprach die G-rösse der 
Kirche, welche Abt Hugo im Jahre 1089 begann, und die, 
obgleich erst im Jahre 1130 vollendet, doch schon 1094 
so weit gediehen war, dass Papst Urban II. auf jener 
weltgeschichtlich wichtigen Reise, welche den ersten Kreuz- 
zug einleitete, im Jahre 1094 drei Altäre darin weihen 
konnte. Auch dieses I-Ieiligtlnun des französischen Mittel- 
alters ist in der Revolution verkauft und abgebrochen, nm 
ein geringer Theil des ehemaligen abteilichen Palastes und 
zwei achteckige Thiirme der Kirche stehen aufrecht, Frag- 
mente von Säulen und anderen Details sind in die Samm- 
3') Abbildungen der äusseren und inneren Faeade bei du Somerard 
im Album.  Keine Kirche wäre im höheren Grade einer vollständigen 
Publikation würdig. Ich bin ausser eigener Anschauung der Beschrei- 
bung Merimees (Midi S. 27 ü.) gefolgt, und füge noch seine Maassan- 
gaben bei. Länge der ganzen Kirche 123 M. 40 c. (39O'  Breite 
der drei Schiffe Q6 M. 11, des Mittelschiffs 7 M. 50, Höhe der Seiten- 
schiiTe 7 M. 50, des Mittelschiffs vorn 17,95, des Kreuzgewölbes im 
hinteren Theile 20,80, des Chors 21,10.  Es geht daraus hervor, dass 
die Anlage des Kreuzgewölbes im östlichen Theile des Langhauses die 
Vermittelung zwischen dem höheren Gewölbe des Chors und dem niedri- 
gen des Schiffes bildet.
        

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