Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933939
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Burgund. 
von Geburt, berühmt zunächst als strenger Reformator ent- 
arteter Klöster, dann aber auch als Baumeister, und dies 
in dem Grade, dass er von dem Herzoge von Burgund, 
und sogar von dem der Normandie, mit der Herstellung 
oder Errichtung vieler Klöster in ihren Ländern beauftragt 
wurde. Die Verbindung seiner reformatorischen 'l'hätigkeit 
mit der baulichen könnte es zweifelhaft machen, 0b auf die 
letzte grosses Gewicht zu legen; indessen wird sie aus- 
drücklich hervorgehoben und gerühmt. Namentlich soll er 
zu der Kirche seines eigenen Klosters den Plan selbst an- 
gegeben und die Arbeiten mit Hülfe fremder Künstler, die 
er besonders aus seinem Vater-lande, Italien, herbeikommen 
liess  ausgeführt haben; auch wurde er dabei von sei- 
nem Bischofe unterstützt, der, selbst ein eifriger Bauherr, 
für ihn mehr als hundert Marmorsäulen aus Italien kommen 
liess. Leider besteht nichts mehr von dieser seiner Schö- 
pfung; die Kirche  wurde, nachdem sie im Jahre 1271 
durch den Einsturz eines Thurmes verwüstet War, renovirt, 
eine dazu gehörige, sogleich näher zu erwähnende Rotunde 
blieb zwar noch stehen, ist aber in unserem Jahrhundert 
ebenfalls abgebrochen, so dass uns auch von ihr nur Be- 
schreibungen und Zeichnungen erhalten sind. Der Bau der 
Kirche war reich und complicirt; über 300 Säulenstämme 
von Marmor und anderen Steinen Wurden darin gezählt; 
die Zeitgenossen sprechen davon mit Bewunderung, und 
erklären sie für das bedeutendste Bauwerk von Gallien d'air), 
1') Ooeperunt ex sua patria, hoc est Italia, multi ad eum con- 
venire. Aliqui litteris bene eruditi, aliqui diversorum operum magi- 
sterio docti;    quorum ars et ingenium huic loco profuit plurimum. 
Chrom. S. Benig. Divion. ap. d'Ach6ry Spicil. Vol. II, p. 384. 
H) Sie dient gegenwärtig, nach Zerstörung der älteren bischöf- 
lichen Kirche, als Kathedrale. 
 Glab. Rad. de vita S. Wilh. Nro. 29. Praesto est cernere 
totius Galliae mirabiliorem atque propria positione incomparabilem.
        

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