Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933880
Sernin 
in 
Toulouse. 
279 
auffallend; namentlich die vollständige und grossartige Aus- 
bildung der lüeuzgestalt durch dreischiffige Kreuzarme und 
reichen Chorschluss, und ferner die Theilung des Portals 
durch einen Mittelpfeiler; beides Formen, Welche (mit Aus- 
nahme der gleich zu erwähnenden Kirche von Toulouse) 
übrigens dem romanischen Style fremd sind, und erst im 
gothischen Style des dreizehnten Jahrhunderts zu bleibender 
Anwendung kamen. Indessen lässt doch die Rohheit der 
Details und die gesammte Ausführung von Conques nicht 
zweifeln, dass sie hier schon aus dem Bau des elften 
Jahrhunderts stammen. 
Ganz ähnlich in der Anlage, Pfeilerbildxlng und Wöl- 
bung ist die Kirche St. Sernin in Toulouse, welche, 
auf älteren Fundamenten erbaut, im Jahre 1096 geweiht 
wurde, und in ihren Haupttheilen aus dieser Zeit erhalten 
ist St). Nur ist hier Alles im grössesten Maassstabe; das 
Kreuzschiff hat, wie dort, drei, das Langhaus aber fünf 
Schiffe. Ebenso ist die Zahl der Kapellen am Chorum- 
gange auf fünf, die an den Östlichen Kreuzseiten auf je zwei 
auf jeder Seite gestiegen, so dass eine Gruppe von neun 
Kapellen das Gebäude abschliesst, über welcher dann zuerst 
die Mauer des Chorumganges, dann die höhere des inneren 
Chorraumes, darauf die breite Wand des gesammterl Kreuz- 
schitfes, und endlich ein Thurm auf der Vierung des 
Kreuzes aufsteigen. Es ist daher der Gedanke eines Cen- 
tralsystems angedeutet, der aber (abgesehen von einer 
hässlichen Ueberhöhung der Concha durch eine spätere 
Mauer und der bizarren, im fünfzehnten Jahrhundert hin- 
zugekommenen Zuspitzung des Thurmes) schon dadurch 
der grossartigeil Wirktmg der rheinischen Centralbauten 
entbehrt, dass die breite lmd hohe Mauer des Kreuzschiffes 
f) Dafür sprechen namentlich 
an verschiedenen Theilen des Baues. 
die 
noch 
völlig 
römischen 
Ziegel
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.