Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933872
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Languedoc. 
Kirche 
umfassendes 
zweites 
Stockwerk 
bildet. 
Die 
deckung ist, wie in den Kirchen der Auvergne, im Mit- 
telschiffe durch ein ganzes, über den Gallerien durch ein 
halbes Tonnengewölbe, unter denselben durch Kreuzgewölbe 
bewirkt. Die Pfeiler sind überaus stark, viereckigen Kernes, 
theils mit Pilastern, theils mit Säulen besetzt, diese steigen 
von unten auf bis zu den Gurtbögen des Gewölbes, jene 
tragen an der Gallerie noch wieder Säulen, die in sehr 
unbeholfener und primitiver Weise angebracht sind. Die 
Gallerie hat über jeder imteren Arcade zwei Bogenöff- 
nungen. Oberlichter fehlen auch hier, und die Beleuchtung 
ist nur durch die Kuppel, durch die Wenigen Fenster der 
drei Faqaden und der Chemische, imd durch die der Sei- 
tenschiffe und Gallerien bewirkt. Die Ornamentation des 
Inneren besteht nur in den Kapitälen, welche sämmtlich 
verschieden, wiewohl alle korinthisüend, zum Theil mit 
Figuren, zum Theil mit phantastischen Blättern geschmückt 
sind. Im Aeusseren haben die ohnehin sehr dicken Mauern 
starke und breite, strebepfeilerartige Lisenen; nur am Chore 
sind die Fenster von Säulchen flankirt, und nur hier hat 
das äussere Gesims verzierte Kragsteine, die Gestalt von 
Thierköpfen darstellend. Die Fagsade hat sehr schwere 
Formen, Strebepfeiler von bedeutender Stärke, und ein, 
durch einen breiten Miltelpfeiler getheiltes Portal von ge- 
ringer Vertiefung, darüber aber in dem mächtigen Rund- 
bogen ein grosses Relief des jüngsten Gerichts in sehr 
roher, aber doch mit Phantasie und noch mit Kenntniss 
antiker Motive gearbeiteten Sculptur  Ausserdem findet 
sich an der Facade eine Art musivischer Ornamentation, 
wie in der Auvergne. Vieles an dieser Kirche ist sehr 
4'] Das Bildwerk ist reich mit Inschriften in leoninischen Versen 
bedeckt, auf dem Thürsturz die Warnung: O peecatores, transmutetis 
nisi mores, Judicium durum "vobis soitate futurum.
        

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