Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933863
Conques. 
de Prades u. a. zeigen dasselbe Bestreben, Wie die 
prachtvolleren von St. Gilles lmd St. Trophitne in ,Arles. 
Die Archivolten sind mit antiken Ornamenten fast güber- 
laden, die Säulenstänune verziert, das Bogenfeld mit Reliefs 
gefüllt. Wir finden uns hier Wiederum noch ganz auf 
klassischem Boden, wo uns antike Reminiscenzen auf jedem 
Schritte begegnen. 
Nur zwei, freilich sehr bedeutende Kirchen machen von 
dem herrschenden Systeme dieser Gegend eine Ausnahme, 
indem sie sich dem der-Auvergne anschliesseil, aber es in 
Weiterer und sehr merkwürdiger Entwickelung anwenden. 
Die älteste derselben ist. die Abteikirche zu Conques 
(Dep. Aveyron] an der Gränze der Auvergne, die schon 
in den Jahren 1035  1060 erbaut sein soll k). {Ihre 
Anlage unterscheidet sichvon N. D. du Portin Clermont 
zunächst dadurch, dass drei Kapellen am Chorumgange 
angebracht sind, nicht Wie dort vier, welche mit den bei- 
den, auf der Ostseite des Kreuzes der Axe stehenden Ka- 
pellen eine sehr vollständige und bedeutende Centralaillage 
um die achteckige Kuppel. der Vierung bilden und das 
ganze Gebäude. in Qsten eben S0 vollständig schliesseil, als 
es auf.der__Westseite. durch zwei Thiirme und denysie ver- 
bindenden Vorbau geschieht. Noch qwichtiger ist,  dass 
auch das KreuzschifiÜ Seitenscliiße hat, und die Gallerie 
auch hier und überhdem Chorumgange.fortläuft, mithin, da 
sie an denhFaeaden des Kreuzschilies und des Langhauses 
durch einensclnnalen Gang verbunden ist, ein die ganze 
 Die Rohheit der Bildwerke. so wie" der vorherrsehende Ge- 
brauch des korinthischen Kapitäls deuten auf eine frühe Zeit hin. Ich 
kann mich indessen bei. der sehr ausgebildeten Anlage des Zweifels 
nicht enthalten, 0b die gegenwärtige Kirche nicht ein späterer, viel- 
leicht gegen das Ende des elften Jahrhunderts begonnener, St. Sernin 
in Toulouse naehgeahmter Bau sei. Vgl. die ausführliche Beschreibung 
derselben von Merimee im Bullet. monum. IV, p. 225 ff.
        

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