Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933741
Romainmortier. 
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chend von dem Herkommen der Provence: eine Säulenbasi- 
lika, aber mit ganzen und halben Tonnengewölben gedeckt 
und sehr viel besser ornamentirt. Die Basis ist attisch, 
wenn auch in etwas schwerfälliger Form, die Kapitäle zei- 
gen durchweg, auch bei ganz anderen Verzierungen, den 
Grundgedanken des korinthischen, der Abacus ist meistens 
als Kehle gebildet. Das Blattwerk ist mit ziemlich feinem 
Gefühl gearbeitet, dagegen sind die figürlichen Darstellun- 
gen der Kapitäle, welche bald heilige Hergänge, den Erz- 
engel Michael, die Jungfrau u. s. f. alles in sehr kurzen, 
schweren Figuren, bald phantastische Thiere enthalten, 
noch überaus roh. Neben jenen südfranzösischen und an- 
tiken Formen kommen aber auch, namentlich an den Wand- 
säulen der Seitenschiffe, Würfelknäufe mit R-iemenverschlin- 
gungen, Deckplatten mit schräger Schmiege und steilere 
attische Basen mit Eckklötzchen und Blättern vor, so dass 
sich hier deutscher und französischer Einfluss zu begegnen 
scheinen. Das Gebäude wird nicht früher als vom Ende 
des elften oder Anfange des zwölften Jahrhunderts zu da- 
tiren sein. 
Auch die Kirche der im Jahre 962 gegründeten Clu- 
niacenser Abtei Payerne, Wiederum am Neufchateler See, 
scheint ursprünglich die Bedeckung in südfranzösischer 
Weise gehabt zu haben. Das Mittelschiff hat noch jetzt 
ein Ibnnengewvölbe, die Seitenschiße sind mit Kreuzge- 
wölben bedeckt. Kreuzförmige Pfeiler mit eingelegten Halb- 
säulen trennen die Schiffe. Auf der Ostseite stehen neben 
der Apsis des Chors jederseits zwei, ebenfalls halbkreis- 
förmig geschlossene Kapellen, wie dies, besonders an 
Cistercienserkirchen, häufig, aber wohl erst um die 
Mitte des zwölften Jahrhunderts vorkommt. Dies und der 
Spitzbogen an den Seitenkapellen lassen darauf schliessen, 
dass Wenigstens dieser Theil der Kirche erst dem Schlusse
        

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