Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933699
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Provence. 
les k), jene laut Inschrift im Jahre 1116 begonnen, diese 
etwas später, wie man annimmt, 1154. Die erste ist auf 
drei Portale eingerichtet, grösser und reicher, und scheint 
die Absicht anzudeuten, den Schmuck, den jetzt nur der 
untere Theil hat, auf die ganze Faeade anzuwenden. Die 
zweite ist einfacher und hat nur auf der nackten Wand 
ein reich geschmüektes Portal, das aber verwandte Motive 
enthält und den Einfluss jenes reicheren Baues vermuthen 
lässt. Die gemeinsame Eigenthümlichkeit beider besteht 
darin, dass eine höchst lebendige Anwendung antiker For- 
men mit einer ganz neuen, malerischen Wirkung verbunden 
ist. Nicht nur die Ornamente, Palmetten, Rankengewinde, 
Eierstäbe, Kannelluren sind im antiken Geiste ausgeführt, 
sondern auch der Gedanke des Architravbaues ist noch bei- 
behalten, indem ein breiter, aber reich mit Sculpttu ge- 
schmückter Fries auf Pilastern ruhend die Portale deckt 
und bei der Facade von St. Gilles sogar ganz durchläuft. 
Zwar sind die Thüren dann auch durch einen Bogen ge- 
krönt, aber dieser steht über jenem Friese und hat also 
gar keine constructive Bedeutung. Dieser Fries ist über 
die Mauerfläche hinaus ausladend gehalten und wird neben 
und zwischen den Portalen von mehreren freistehenden 
Säulen getragen, die zwar nicht weit genug von der Wand 
entfernt sind, um einen Durchgang zu gestatten, wohl aber 
weit genug, um sie durch ihre Schatten zu beleben. Hin- 
dem arbeitete auf verschiedenen Seiten zugleich. Es kann daher wohl 
sein, dass auch die Facade gleich anfangs in Angriff genommen wurde. 
Bei der Mauerdicke dieser romanischen Bauten war dies nicht bedenklich. 
4'] Im Kreuzgange von St. Trophime findet sich die Grabscbrift 
eines Baumeisters: A. D. MCLXXXI obiit Poncius Rebotti Sacerdos et 
Canonicus regularis et operarius ecclesiae Sancti Trophimi (so bei 
du Somerard, Album Serie 6, pl. 2). so dass wenigstens um diese Zeit 
der Bau noch fortgesetzt wurde.  Abbildungen bei de 1a Borde und 
bei Millin a. a. O. und sonst häufig; vgl. Merimäe p. 272.
        

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