Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931158
Einleitung. 
der Abnahme einzutheilen. Die erste Epoche wird vom 
zehnten Jahrhundert bis gegen die Mitte des zwölften gehen, 
Wo die Jdeen des abendländischen Gemeinwesens, der geist- 
lichen und kaiserlichen Macht, des Lehnwesens und Ritter- 
thums reifen und bis zur Ausbildung der Hierarchie führen. 
Jene ideale Auffassung ist hier noch nicht völlig festgestellt, 
sie erstarkt erst im Kampfe mit der menschlichen Natur und 
ihren Begierden. Die zweite Epoche, die sich bis gegen das 
Ende des dreizehnten Jahrhunderts erstreckt, zeigt die rasche 
und durchgängige Anwendung des Systems auf alle Einzel- 
heiten, die Vollendung, so weit sie möglich War, bei noch 
frischer und ungetrübter Begeisterung. Die dritte beschäf- 
tigt sich mit einer Zeit, wo man im Besitze des Errunge- 
nen ruhete oder schwelgte und schon begann, die Form für 
das Wesen zu nehmen, und wo endlich die dadmch ent- 
standenen Konflikte die Entstehung neuer Ansichten be- 
förderten. Einer näheren Rechtfertigung dieser Eintheilung 
in Beziehung auf die allgemeine Geschichte bedarf es hier 
nicht. In kunsthistorischer Beziehung entspricht die erste 
Epoche der Zeit des rein romanischen, die letzte der des 
vollendeten gothischen Baustyls, während die nrittlere den 
Uebergang, aber im weiteren Sinne des Wortes darstellt, 
und mithin sowohl den s. g. Transitionsstyl als den früh- 
gothischen umfasst. Wenn dies weniger bequem erscheint, 
als eine Zweitheilung, welche die romanische und die go- 
thische Kunst völlig sondert, so hat es den Vorzug, die 
innere Geschichte der Formen, ihre Entwickelung und ihren 
Zusammenhang anschaulicher zu machen und dem wirk- 
lichen Hergange zu entsprechen, Wo in der That eine so 
scharfe Gränze nicht eintrat, sondern eine längere Zeit 
hindurch Werke der einen und der andern Art nebenein- 
ander 
entstanden. 
Eine 
weitere 
Konsequenz 
dieser 
Gliederung 
der
        

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