Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933669
Provence. 
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Montmajour, St. Trophime in Arles, in Redes, Villemagne, 
Begiers, Maguelone) nur im Gewölbe. Häufig sind sogar 
die Gurtbögen unter dem zugespitzten Gewölbe rund ge- 
halten, als habe man jene, der Nützlichkeit halber adoptirte 
Form verbergen Wollen. Für die Fenster und Portale 
nahm man wenigstens den deutlich ausgesprochenen 95] 
Spitzbogen erst sehr spät, mit der Einführung des in Nord- 
frankreich ausgebildeten gothischen Styls an, und auf die 
Gliederung der Pfeiler hatte er überall keinen Einfluss. 
Diese sind vielmehr stets viereckig, schwerer Form, häufig 
mit zwei oder vier Halbsäulen besetzt, welche die eckig 
profilirten Scl1eid- und Gurtbögen tragen. Freistehende 
Säulen kommen im Innern nicht vor, ausser in den selte- 
nen Fällen, wo man antike Säulenstämme verwenden 
konnte  Schwache Strebepfeiler als Stützen für die 
Gurtbögen des Gewölbes iinden sich einige Male  aber 
ohne bedeutende structive Ausbildung. Bogenfries und Li- 
senen sind nur in älteren Bauten , an polygonen Chor- 
nischen dagegen wohl Pilaster oder Halbsäulen als Mauer- 
verstärkwigeil angewendet. Die Thürme sind von geringer 
Höhe und schwerer Form, sehr verschieden von den 
schlanken Thurmbauten, die im Norden, namentlich in der 
Normandie, schon in dieser Epoche aufkamerl. Sie stehen 
vereinzelt bald am Chore, bald an der Faeade, bald auf 
der Vierung des Kreuzes, wo sie dann als ein viereckiger 
ü) Denn eine gelinde fast unbemerkbare Zuspitzung findet sich 
öfter, z. B. in dem Portale von St. Trophime zu Arles. 
H] S0 im Baptisterium zu Aix. Merimee, Voy. d. l. Midi p. 211. 
w?) In der Kath. von Vaison und in S. Restitut (Drome), hier 
jedoch bei einem einsehiffigen Bau. 
1'] Ini S. Guilhem du desert und in S. Martin in Londres, einer 
kleinen Kirche, die von dem Styl dieser Gegend etwas abweicht, und 
wie der Berichterstatter in der Voy. d. Panc. Fr. sagt, an das Roma- 
nische des Nordens erinnert. 
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