Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933584
Südfranzösische 
Architektur. 
249 
Umgestaltung, in anderen bildete sich eine solche frühzeitig 
zu einem eigenthümlichen Typus aus; in noch anderen 
endlich mischten sich die Einflüsse mehrerer solcher Schulen 
zu einer neuen mittleren Form. Das Studium dieser pro- 
vinziellen Eigenthülnlichkeiten, erst seit wenigen Decennien 
begonnen, kann noch nicht als abgeschlossen angesehen 
werden; die Begränzung der Schulen ist zum Theil un- 
sicher , das Chronologische noch nicht vollständig festge- 
stellt Aber die Wesentlichen Züge sind doch schon 
deutlich erkennbar. Bei Weitem die Mehrzahl dieser 
Schulen und die grössere Mannigfaltigkeit der Formen 
gehören dem südlichen Theile Frankreichs, bis zur Loire 
und noch etwas nördlicher, an, aber sie sind unter sich 
wieder durch gewisse gemeinschaftliche Eigenthümlichkeiten 
verbunden und von den nördlichen Gegenden unterschieden, 
so dass auch hier wieder die nördlichen und die südlichen 
Provinzen zwei grosse Massen bilden, innerhalb welcher 
dann Wieder feinere Unterscheidungen erkennbar werden. 
Im nördlichen Frankreich geht die Architektur fast den- 
selben Weg, wie in Deutschland, sie beginnt mit höchst 
einfachen Formen und mit der geraden Decke, wendet sich 
dann dem Kreuzgewölbe zu, und sucht im Eiuklange mit 
diesem den ganzen Bau organisch zu gestalten. In der 
südfranzösischen Baukunst ist dagegen vor Allem ein en- 
geres Anschliessen an antike Ornamentation, in höherem 
4'] Besonders für die nähere Feststellung des Alters selbst der 
hervorragenden Gebäude fehlt es an sorgfältigen kritischen Forschun- 
gen; die französischen Antiquare haben sich mehr mit dem Geographi- 
schen beschäftigt. Ueber die Begränzung der verschiedenen Schulen 
sind die Differenzen minder bedeutend, wie die Vergleichung der bei- 
den von Violet-le-due (in Cäsar Daly's Revue de l'Arch. V01. X, 
Tab. 14) und Oaumont (im Abecridaire de PArcheolQgie 1851, pag. 176) 
entworfenen Karten mit meiner weiter unten fnlgenden, in manchen 
Punkten abweichenden Darstellung ergiebt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.