Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931144
Epochen 
des 
Mittelalters. 
wird. "Für nahe gelegene Zeiten ist daher ein solches Ver- 
fahren nicht wohl möglich, und dies erklärt, dass man es 
auf das Mittelalter bisher nicht angewendet hat. Die Ge- 
schichtsforschung der letzten Jahrzehnte ist indessen soweit 
fortgeschritten, dass dieses Hinderniss fortfalllt. Wir werden 
einig sein, dass das WVesen des Mittelalters (das seinen, 
aus einer andern Betrachtungsweise herstammeilden Namen 
behalten mag) in jener idealen christlichen Stimmung zu 
suchen ist, Welche alle menschlichen Verhältnisse nach 
höherer, offenbarter Regel behandelte und die Natur nur 
als den Schauplatz oder das Spiegelbild dieser Offenbarung 
betrachtete. Nimmt man dies an, so ergiebt sich die ricl1- 
tige Begränzung des Mittelalters von selbst. Es beginnt 
mit dem Entstehen dieser Auffassung, es hört auf, sobald 
sich eine andere Betraehttulgsweise geltend macht. Daher 
darf denn das fünfzehnte Jahrhundert nicht mehr dazu ge- 
rechnet werden. Zwar bestanden die Formen, die Institu- 
tionen, welche das Mittelalter hervorgebracht hatte, zum 
Theil noch über dies Jahrhundert hinaus; manche von ihnen 
berühren ja noch unsere Tage. Aber der Geist war aus 
ihnen gewichen, und seit dem Beginne jenes Jahrhunderts 
zeigen sich schon in bewussten und noch mehr in unwill- 
kürlichen Aeusserungen die Regiuigen eines neuen Geistes, 
der nicht mehr bloss aus der Tradition, sondern auch aus 
der Natur schöpft und in ihr eine berechtigte Macht aner- 
kennt, desselben Geistes, der im weiteren Verlaufe der 
neueren Geschichte sich mehr lmd mehr entwickelt. Aller- 
dings tritt dieser neue Geist vielleicht in der Kunst am 
entschiedensten hervor, aber auch auf allen anderen Gebieten 
ist er erkennbar. 
WVenn man das Mittelalter in diesem 
steht dann auch ferner nichts entgegen, 
naturgemässen Epochen des Wachsthmns, 
Sinne begränzt, 
es in die (lrei, 
der Blüthe und
        

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