Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933417
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Siciliexl. 
herbeirief  Ohne Zweifel waren sie der Mehrzahl nach 
Italiener, welche jene ihnen vorgeschriebenen Grundformen 
nach ihrer eigenen Weise behandelten. 
Diese Spuren eines normannischen Einflusses finden sich 
auch nur in den östlichen Gegenden der Insel. Jm We- 
sten, wo die Bevölkerung überwiegend maurisch war, wo 
die prachtvollen Schlossbauten der arabischen Emire zur 
Nachahmung reizten, wo die Normannen zuletzt eindrangen 
und noch später zur Errichtung neuer Bauten gelangten, 
verschwinden sie völlig, und statt ihrer herrschen mauri- 
sche und byzantinische 'l'raditionei1 vor. Im Grundplane 
nahm man zwar auch hier die Basilikenform an, in der 
Anwendung monolither Säulen, korinthisirender Kapitale 
und antiker Ornamente näherte man sich dem italienischen 
Style, der Mosaikenschmuck mit seinen zahlreichen Bildern 
wurde von byzantinischen Künstlern oder griechischen Ein- 
gebornen ausgeführt, aber die eigenthümliche Form des 
Spitzbogens, die nackte Kuppel über der horinzontal ge- 
schlossenen Mauer, der Gebrauch, die Wände innerlich und 
äusserlieh mit langen Schriftstreifen zu verzieren, selbst die 
bizarre Aussrhmückung der Gewölbzwvickel mit Stalaktiten- 
formen, die ich bei der Schilderung der maurischen Kunst 
beschrieben habe, ging von den arabischen Monumenten 
unverändert auf diese neue christliche Bauschule über. Alle 
Bauten, die wir hier finden, gehören schon dem zwölften 
Jahrhundert an, einer Zeit, WO die normannischen Könige 
ganz die einheimischen, byzantinischen Sitten angenommen 
hatten. Auf den Mosaiken, welche ihre Bildnisse darstellen, 
seilen wir sie in byzantinischer Tracht 44H; Gewänder und 
i) Rogerius (1082) caementarios undecunque conducens tem- 
pli jacet fundamenta in urbe Trainica. Gaufridus 111., 19 bei Gally Knight. 
w) So schon König Roger II.  1154] in der Kirche La Mar- 
torana, mit der Beischrift Rogerius Rex in griechischen Buchstaben. 
Gally Knight. S. 26.
        

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