Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933368
Details. 
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einen anderen Ausdruck. Man empfindet bei diesen Bauten 
nicht die ruhige Entwickelung eines architektonischen Sy- 
stems, sondern eine vorübergehende Anregung der Phan- 
tasie; der ganze Styl ist nur ein Gast auf diesem Boden, 
er hat hier nicht seine tiefen, eigentlichen Wurzeln. 
Daher blieb er denn auch auf die Lombardei beschränkt. 
Selbst in Toscana kennen wir höchstens ein einzelnes Bei- 
spiel verwandten Styles k), und auch das mit manchen 
Abweichungen. In Rom erhielt sich bis in das dreizehnte 
Jahrhundert der Basilikentypus  in der Mark Ancona 
findet sich wenigstens keine erhebliche Neuerung. In Süd- 
italien weist die Form dreier Nischen, die hier gewöhnlich 
ist, auf einen byzantinischen Einfluss hin 3x14], allein den-- 
noch behielt man auch hier die Einfachheit der altchrist- 
liehen Basilika, unberührt von fremdem Einflusse, selbst 
von dem des benachbarten Siciliens, bei. 
3] Das einzige Beispiel einer toseanischen Kirche mit quadraten 
Gewölben und einer Kuppel, jedoch ohne Kreuzschiff, ist St. Maria in 
Castello zu Oorneto, von der Aginc. Taf. 73, Nro. 48 Plan, Seiten- 
aufriss und Durchschnitt, Taf. 64, Nro. 14 die Faqade, Taf. 67, Nro. 9 
die Kuppel, Taf. 42, Nro. 6 den Durchschnitt einer Travee, Taf. 70 
ein Kapitäl giebt. Sie soll 1121 gegründet und 1208 geweiht sein. 
Die Bauten von San Leo bei S. Marine und von S. Bernardino zu 
Ghiaravalle in der anconitanischen Mark gehören jedenfalls schon der 
folgenden Epoche an; sie haben Spitzbögen (wenigstens theilweise an- 
gewendet] und einfache schmale Gewölbe. Vgl. Kugler Handb. S. 444. 
ü) Nur die Kirche S. Giovanni e Paolo zu Rom, unbekannten 
Alters, wahrscheinlich aus dem zwölften Jahrhundert, zeigt, und zwar 
nur in der äusseren Decoration, einige Aehnlichkeit mit den lombar- 
dischen Bauten.  
 Bis das lange verheissene Werk des Dr. H. W. Schulz über 
Süditalien erscheint, gewähren nur die vom Herzoge von Luynes her- 
ausgegebenen Recherches sur les monumens etc. dans Pltalie meridio- 
nale, Paris 1844, gr. Fol., dürftige Auskunft und einige Abbildungen. 
Vgl. bei Gally Knight Italy V01. I. die des Inneren von S. Nicole 
in Bari.     
15a:
        

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