Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933322
Details. 
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lässt doch auf einen 
Geistes schliessen. 
tiefergehentlen Einfluss des nordischen 
Aber nicht bloss in diesen namhaften 
Fällen, 
sondern 
überall 
den 
dunkelen 
und 
milmder erklär- 
baren Sculpturen der Kapitäle und anderer Theile, in den 
phantastischen Drachen und Schlangen, in den aus 'l'heilen 
von Fischen oder Vögeln zusammengesetzten Thiergestalten, 
in dem stets wiederkehrenden Schreckbilde des Verschlin- 
gens, in der Liebhaberei für phantastische Jagd- und Kampf- 
scenen, verräth sich dieser Einfluss. Hier ist nicht mehr 
derselbe Sinn, wie in den klaren Formen der toscanischen 
Schule, es ist vielmehr die Richtung der Phantasie wie in 
den scandinavischerl Sagen, wie in brittischen rund nor- 
mannischen Gebilden, wie sie sich über den ganzen Norden 
verbreitet hatte. Auch lässt sich diese Einwirkung nordi- 
scher Elemente auf diese Gegenden sehr wohl erklären. 
Schon in die Bevölkerung selbst War durch die dichteren 
VVohnsitze der Gothen und Longobarden, durch die seit 
Karl dem Grossen sich stets wiederholenden Kriegszüge 
deutscher Fürsten, bei denen Einzelne hier sesshaft wurden, 
germanisches Blut gekommen. Ueberdies erhielt sie der Han- 
del sowohl wie der Krieg in steter geistiger Verbindung mit 
dem Norden. Ebenso, wie die Küstenländer und das ge- 
sammte südliche Italien nach den anderen Küsten des Mit- 
telmeeres 
hinblickten , 
V O1] 
ihnen 
ihren 
Südlichen 
und 
antikischen 'l'endenzen bestärkt Wurden, Wies hier die ganze 
Lage der Dinge nach dem Norden hin. Man ist daher 
nicht genöthigt, von diesem nordischen Charakter der lom- 
bardischen Bauten auf eine Mitwirkung deutscher oder sonst 
nordischer Künstler zu schliessen, obgleich auch eine solche 
in dieser Epoche an sich gar nicht unwahrscheinlich ist 
und im Einzelnen vorgekommen sein mag de). Allein solche 
ü) Beispiele dafür 
Aus der Schreibart des 
sind in dieser Epoche noch nicht zu geben. 
Namens, wie bei jenem Wiligelmus, der am
        

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