Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933308
Details. 
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Theile der Facaden reich geschmückt sind, nimmt nicht 
bloss in den Formen, sondern auch in den Gegenständen 
einen entschieden nordischen, germanischen Charakter an. 
In den südlicheren Gegenden Italiens beruhete die Orna- 
mentation, so unvollkommen auch die Ausführung sein 
mochte, noch immer auf antiken oder altchristlicheil Tradi- 
tionen, liebte iluen heiteren, einfachen Charakter. Hier 
dagegen, wie im Norden, finden wir die phantastischen 
Gebilde abenteuerlicher Thiere, die Neigung zum Verwi- 
ckelten, Räthselhaften, Schreckenden, Schwermüthigen vor- 
Waltend. In den Inschriften ist dieser Sinn der Sculpturen 
manchmal unumwunden ausgesprochen. Am Dom zu M0- 
dena lesen wir an einer Karyatide der Facade die Worte: 
Hic perimit, hic portat, gemit hie, nimis iste laborat. 
(Dieser geht unter, dieser trägt, dieser seufzt, allzusehr 
leidet dieser.) Auf der Karyatide ruht die Darstellung von 
Abels und Kains Opfer, "das erste Wort kann sich daher 
auf Abel beziehen, die anderen passen nur auf jene tra- 
gende Gestalt; das Leiden, das in der künftigen Missethat 
Kains zuerst erscheint, der Fluch der Erbsünde soll durch 
sie versinnlicht werden. Die Inschrift erklärt dies und er- 
gänzt in der Häufung beklagender Ausdrücke die Mängel 
der Plastik k]. An der Facatle des Domes zu Piacenza 
ruht die Säule des Baldachins vor dem Portale auf dem 
Rücken eines auf einem Löwen reitenden Mannes. Die 
Inschrift fordert iulsere Theilnahme heraus: O quam grande 
X1 
9'] Dante kannte und empfand den Zweck solcher Figuren. 
130. 
Come per sostentar solajo o tetto 
Per mensola falvolta una ügura 
Si vede gilmger le ginncchia a1 petto, 
La qual fa del non ver vera rancura 
Nascer a chi 1a vede; cosi fatti. 
Vid' io color etc. 
Purg-
        

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