Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933288
Details. 
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welches diese trägt , ist mit Schlangeneiern, übereck ge- 
stellten Zahnschnitten, Ranken mit Vögelchen sehr reich 
geschmückt, und zeigt eine eigenthiimliche Mischung von 
antiken und mittelalterlichen Motiven. Auch die Kirche 
Santa 
Giulia 
der 
Nähe 
des 
Dörfchens 
Bonato di sotto 
bei Bergamo  in deren Ruinen sich gegliederte Pfeiler 
und Kapitäle von der Art derer in S. Miehele und S. Am- 
brogio linden, wird dieser Zeit angehören. 
So sehen wir also über die ganze Lombardei einen Styl 
verbreitet, der von dem am Dome zu Pisa und sonst in 
Toscana herrschenden Wesentlich abweicht, statt der Säulen 
Pfeiler, und zwar wechselnder Gestalt, statt der korinthi- 
sirenden Kapitäle breite Kapitälgesilnse oder VVürfelknäufe, 
statt der geraden Decke Kreuzgewölbe, statt des V orherr- 
schens horizontaler Linien eine, wenn auch lmvollständig 
eiltwickelte Neigung zur Betonrmg der vertiealen Einheit 
zeigt, und mithin sich durchweg weiter von den antiken 
Reminiseenzen entfernt und mehr den Formen des Nordens 
nähert. Ueber den Ursprung dieses Styles sind wir nicht 
im Klaren. Es mag sein, dass das Material einen Einfluss 
darauf hatte. In den südlicheren Gegenden Italiens war 
man reicher an antiken Säulenstänlmen und anderen Ueber- 
resteln, die zur Benutzung einluden, konnte sie auch durch 
Zufuhr aus dem Orient oder den Inseln des Mittelmeeres, 
oder d1u'ch neue Arbeit aus den Marmorbrüchen leichter zu 
der erforderlichen Zahl ergänzen. Jedenfalls aber War, wenn 
auch die Technik des Ziegelbaues auch hier sich nicht ganz 
verlor, doch die Anwendung von I-Iausteinen vorherrschend. 
In den Ebenen der Lombardei dagegen fehlten diese , und 
 Aginc. Taf. 24, Nro. 1  Ö, und Osten im siebenten Hefte. 
Osten will sie zwar noch in die Longobardenzeit setzen. Vgl. Rumohr 
lIl, 174. Vielleicht gehört auch die Klosterkirche von Santa Maria di 
Vezzolano bei Albugnano im Monferrat, von 11119, hieher," die ich je- 
doch nur aus der Erwähnung von Cordero a. a. O. S. 171 kenne.
        

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