Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933243
Lombardische 
Bauten. 
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Piacenza und Parma gleicht, sowie die Fagade des Domes 
von Cremona, deren ältere Theile ebenfalls diesen Vor- 
bildern entsprechen, lllltl die, wie wir wissen, ungefähr 
derselben Zeit angehört k), endlich den Dom von Borgo 
S. Donino, der Wieder dem benachbarten von Parma 
gleicht, hieher rechnen. Auch die Kirche von S. Pietro 
e Paolo in dem Kloster S. Stefano zu Bologna, mit 
quadraten Gewölben, wechselnden Pfeilern und Säulen, 
strengen Würfelkapitälen, ist aller Wahrscheinlichkeit nach 
der Frühzeit des zwölften Jahrhunderts zuzuschreiben der). 
Besonders aber gehört hieher ein wichtiger und inter- 
essanter Bau, den man lange als einen Beweis des Styles 
der Longobarden geltend gemacht hat, der aber, nach 
neueren Untersuchungen, unzweifelhaft für jünger und für 
ein Werk des zwölften Jahrhunderts zu halten ist, die 
Kirche St. Michele zu Pavia Sei"). Sie besteht aus einem 
dreischifligen Langhause, einem Kreuzschiffe, das jedoch 
weder Seitenschiffe noch Nischen hat, einem längeren, durch 
4') Der Dom war im Jahre 1107, wie eine Inschrift bekundet, 
gegründet, litt im Jahre 1116 (1117?) durch einen Erdstoss, wurde 
im Jahre 1190 geweiht. Manini, Memorie storiche della citta di Cre- 
mona, II, p. 89. Eine Abbildung bei Gally Knight a. a. O. II, Taf. 22; 
die Fagade hat zwei Reihen Arcaden und ein Rosenfenster. 
 Eine Abbildung bei Osten a. a. 0., der von einem Neubau 
im Jahr 1019 und einer Herstellung unter Engen IV. im fünfzehnten 
Jahrhundert spricht. Die wesentlichen Theile des Baues entsprechen 
beiden Bauzeiten nicht, sondern deuten frühestens auf den Schluss des 
elften, wahrscheinlicher auf das zwölfte Jahrhundert hin. 
m") Abbildungen bei Agincourt, Taf. 24, Nro. 6  15. Gally 
Knight I, Taf. 13, 14. Atlas Taf. 41, Nro. i, 2 und 3. Auch Gally 
Knight vindicirt den Bau, ungeachtet der gründlichen, das Gegentheil 
erweisenden Untersuchung von Cordero di St. Quirrtino, dell" Arch. 
italiana durante 1a dominazione Longobardica, Brescia 1829, der Lon- 
gobardenzeit. Die Unregelmässigkeit des Planes der Kirche lässt übri- 
gens erkennen, dass sie auf alten Fundamenten erbaut ist. Vgl. über 
das Alter dieser Kirche auch Rumohr Ital. Forsch. III, S. 175.
        

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