Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933234
214 
Romanischer 
Styl 
in 
Italien. 
laufen zwei solcher Gallerien über die ganze Breite des Ge- 
bäudes hin, Während sich unter dem Giebel noch eine dritte, 
der Schräge desselben entsprechende und stufenweise auf- 
steigende belindet. Alle drei bilden wirkliche Umgänge, 
Welche durch Treppen verbunden sind , so dass die ganze 
Fagade mit Leichtigkeit zugänglich ist. In Piacenza finden 
sich horizontale Gallerien nur über den Seitenportalen und 
einfach, während über dem Mittelportale noch, wie in Mo- 
dena, eine Rose angebracht ist; dagegen fehlt jene Gallerie 
des Giebels auch hier nicht. 
An diese Kirchen schliessen sich eine Reihe anderer 
Bauten als ihnen verwandt an. Zunächst die von St. An- 
tonio in Piacenza k), Welche angeblich im Jahre 1014 
begonnen sein soll, Wahrscheinlich aber auch im ersten 
Viertel des zwölften Jahrhunderts erneuert wurde. Sie hat 
einen sehr eigenthümlichen Grundplan, indem dem drei- 
schifßgen Langhanse im VVesten ein breites Querschiff an- 
gelegt ist, in dessen Mitte sich ein Thurm erhebt, der also 
hier abweichend von der sonst fast überall in Italien beob- 
achteten Sitte mit dem Kirchengebäude verbunden ist. Im 
Inneren hat sie, wie der Dom, sechstheilige Gewölbe, die 
von wechselnden eckigen und runden Pfeilern getragen 
werden. Sie ist ganz von Backsteinen gebaut, selbst die 
Kapitale bestehen daraus und haben eine Würfelgestalt, die 
offenbar durch dies Material bedingt ist und derjenigen 
gleicht, die wir in den Backsteinbauten des nordöstlichen 
Deutschlands wiederfinden werden, indem nämlich die vor- 
dere Fläche nicht abgerundet, sondern wie ein Schild zu- 
gespitzt erscheint. Eben so können wir den, nach einer 
daran erhaltenen Inschrift, im Jahre 1135 erbauten Dom 
von Ferrara, der zwar im Inneren ganz modernisirt, im 
Aeusseren aber erhalten ist, und dessen Faeade denen von 
t) Abbildungen bei Osten a. a. O. Taf. 24.
        

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