Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933199
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Romanischer 
Styl 
in 
Italien. 
dem Mittelschilfe eine kleine Concha zeigen. Wie dort ist 
man auch hier bedacht gewesen, die Perspective des Lang- 
hauses durch die Kreuzschiife möglichst Wenig zu unter- 
brechen, wenn auch in anderer Weise. Die Empore, welche 
dort über die Oeifnung der Kreuzarme fortläuft, fehlt hier, 
dafür aber hat das Mittelschiff der Kreuzarme nur die Breite 
der SeitenschiHe, so dass die Säulem-eihe des Langhauses 
mit stets gleichen Abständen vom Westende bis zum Chore 
fortgeht. Nur dadurch unterscheidet sich der Plan, dass 
die Intercolumnien im Ganzen grösser sind, und dass nicht 
eine, sondern drei Conchen den Chor abschliessen. Wie 
in der Kirche von Modena sind zwar auch hier quadrate 
Gewölbe, allein sie sind nun sechstheilig, der Gedanke 
einer Verstärkung des breiten Gewölbes, der dort, wie wir 
sahen, erst während oder nach der Vollendung des Baues 
entstanden war, ist hier ausgebildet. Dagegen sind hier 
durchweg Säulen angewendet, von denen die unter den 
Hauptgurten eine schlanke Halbsäule als Vorlage haben, 
die ununterbrochen bis nach oben aufsteigt, während bei 
den anderen eine schwächere Halbsäule von dem Kapitäle 
der Scheidbögen aufsteigt und so den Mittelgurt trägt. 
Die Kapitäle sind durchweg niedrig, gesimsartig. Die Bö- 
gen haben, wie auch schon zum Theil in Pisa, einen fast 
hufeisenartigen Schwung, Empore und Triforien fehlen. 
Aehnlich, aber doch in mancher Beziehung abweichend 
lllld mehr entwickelten Styls, ist der Dom von Parma. 
Die Localschriftsteller halten das gegenwärtige Gebäude für 
dasselbe, welches 1058 begonnen und 1106 geweihet 
wurde i), indessen ist es wahrscheinlich, dass das Erd- 
4") G. Affo, Storia di Parma, Vol. II, p. 69. Donato, Nuova 
descrizione della eitta di Parma, 1835. Irrig giebt v. d. Hagen (Br. 
in die Heimath, II, 34] an, dass der Dom im Jahre 1280 erbaut sei. 
Wahrscheinlich verleitete ihn dazu eine an der Vorhalle befindliche In-
        

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