Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933182
Dom 
ZU 
Piacenza. 
209 
Ob diese Kirche die erste in Italien War, welche eine 
so vollständige Ueberwölbung erhielt, wissen wir freilich 
nicht mit Bestimmtheit, indessen scheinen alle anderen Kir- 
chen, bei denen wir sie linden, neuer '39. Zunächst ist 
der Dorn zu Piacenza zu bemerken, der zufolge der an 
der Faeatle erhaltenen Inschrift im Jahre 1122 9'455), mithin 
zu einer Zeit begonnen wurde, als der Pisaner Dom vol- 
lendet oder der Vollendung nahe , der Modeneser jedenfalls 
schon sehr weit vorgeschritten war. Da ist es denn sehr 
bemerkenswerth, dass er von beiden augenormnen zu ha- 
ben scheint. Nicht bloss die Kuppel, sondern auch der 
Grundplan schliesst sich an die Kirche von Pisa am. Wie 
diese hat er die Kreuzgestalt, mit Weit vor-tretenden, drei- 
sehiffigen Kreuzarrnen, welche auch hier wie in Pisa auf 
Anlage der alternirenden Pfeiler durch die Annahme durchgeführter 
Gurtbfigen erklären. Indessen entsteht die etwas unsymmetrische Stel- 
lung der Fenster nicht durch die Hauptgurten, sondern nur durch die 
ungewöhnlichen von den Wänden aus diese stützenden Mittelgurten, welche 
möglicherweise schon während der Ueberwölbung aus Besorgniss ihrer 
Unzulänglichkeit, möglicherweise aber auch später hinzugefügt sein 
können. 
i") Die Vorhalle von St. Evasio in Casale Monferrato, welche 
Osten a. a. O. Taf. 3, 4 giebt und dem im Jahr 741 begonnenen Bau 
zuschreiben will, hat zwar schon bedeutend breite, überwölbte Räume. 
Die kühne Unregelmässigkeit dieser Wölbung lässt aber sehr an ihrer 
Ursprünglichkeit zweifeln, und macht es wahrscheinlich, dass sie durch 
Abänderung eines älteren Baues später entstanden ist. 
H) Centum viceni duo Christi mille fuere Anni cum ceptum fuit 
hoc laudabile opus. So nach Osten a. a. 0., wonach die Inschrift, 
da sie an der Faeade steht, auch allenfalls nur auf diese, nicht auf den 
ganzen Bau, bezogen werden könnte, was indessen weniger wahrschein- 
lich ist. Millin (Reise in die Lombardei, D. Uebers. IL, 110) liest 
das letzte Wort: templum. Abbildungen bei Osten, Taf. 20  23. 
Die Dimensionen sind grösser als in Modena. Totale Länge 272 Fuss, 
Breite des Kreuzsch. 214V, im Langhause Breite des Mittelsch. 41' 8", des 
Seitenschiffs und der Areaden 22' 2"; es sind im Ganzen 10 Arcaden. 
Das Kreuzschiff tritt mit zwei Arcaden über die Seitenschiifwand hinaus. 
IV. 2. 14
        

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