Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933170
208 
Romanischer 
Styl 
in 
Italien. 
durchschneidenden Bögen. Die Kapitäle sind zwar zum 
Theil noch korinthisirend, zum Theil aber historiirt, oder 
in einer Würfelform, die sich der nordischen nähert , aber 
schlanker, weicher gebildet ist und die wir auch in ande- 
ren lombardischen Bauten wiederfinden werden. Es ist sehr 
Inerkwürtlig, wie diese verschiedenen Kapitälarten ange- 
bracht sind. An den freistehenden Säulen, die auch noch 
monolith sind, ist das Kapitäl korinthisirend, an den Halb- 
säulen der aus Backsteinen sehr regelmässig aufgeführten 
Pfeiler hat es die einfache hVürfelform, an den Säulen der 
Krypta und der Triforien kommen unbestimmtere wech- 
selnde Formen mit phantastischer Sculptw vor. Die Bögen 
sind zwar eckig geschnitten, aber in zwei Ordnungen, kräf- 
tiger, schwerer gebildet, die Oberlichter rundbogig gedeckt, 
wie es die Höhe der Scitenschiffe mit sich brachte, nicht 
sehr gross, dagegen ist aber durch eine von ihrem Boden 
ausgehende bis zum 'l'riforiu1ngcsixnse herablaufcnde Ab- 
schrägung der Mauer in sehr eigenthünnlichei- Weise dafür 
gesorgt, dass die Lichtstrahlen von Aussen soviel als mög- 
lich in's Innere dringen können. Nehmen wir noch die 
Scnlptmen hinzu, von denen ich weiter unten ausführlicher 
sprechen werde, so können wir nicht verkennen, dass hier 
eine grössere Aehnlichkeit mit den Bauten der nordischen 
Länder eintritt, als wir sie in Toskana, als wir sie selbst 
bisher in der Lombardei gefunden haben. Die wichtigste 
Neuerung ist endlich die Ueberwölbung des Mittelschiffs, 
mit Kreuzgewölben, die allerdings auch schon in römi- 
schen Bauten, obgleich selten vorgekommen war, die 
aber doch hier in ganz anderer, consequenterer Weise 
durchgefülut ist f). 
a") Willis (Remarks on the arch. of the middle ages espccially of 
Italy. Cambridge 1345) bezweifelt wegen der Stellung der Fenster, 
dass dieselben ursprünglich auf Gewölbe angelegt seien, und will die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.