Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933143
Dom 
zu 
Modena. 
205 
eines gewissen Lanfrailchus einen, wie der Chronist sagt, 
wunderbaren Baumeister aufgefunden hatte k), man beging 
die Grundsteinlegung mit grosser Feierlichkeit. Est ist ein 
höchst bedeutender Bau, urürdig, ernst, imponirend  
Der Gruudplan ist fast noch derselbe wie in den früher 
genannten Kirchen St. Zeno lmd S. Miniato, dreischiflig, 
ohne Kreuzschiff mit einer bedeutenden, die ganze Breite 
der Kirche einnehmenden Krypta, welche, Wenig vertieft, 
fast eine Fortsetzung des Schiffes bildet, während der Chor 
nur durch hohe Treppen von den Seitenschiifen aus zu- 
gänglich ist und mit drei Conchen abschliesst. Die reichere 
Planordnung des Pisaner Doms ist also noch nicht adop- 
tirt, auch die Kuppel fehlt noch. Dagegen ist die Anord- 
mmg des Inneren eine ganz abweichende und neue. Die 
ganze Kirche ist nämlich gewölbt, und zwar mit quadra- 
ten Gewölben, so dass auf zwei Gewölbfelder der Seiten- 
schilfe je eines im Mittelschiffe kommt. Die Quergurten 
dieser mittleren Wölbung sind stark und steigen von brei- 
1') Translatio St. Geminiani bei Murat. Sex. rer. Ital. VI., p. 88. 
Anno itaqua MXC-IX ab incolis praefatae urbis quaesitum est, ubi tanti 
operis designator, ubi talis structurae aedificator inveniri posset; et 
tandem Dei gratia inveutus est vir quidam nomine Lanfranchus, mi- 
rabilis aedificator, cujus consilio inehoatum est a populo Mutinensi 
ejus Basilicae fundamentum. Tiraboschi und Fiorillo (Gesch. d. z. K. 
II., pag. 240) schliessen aus der Art der Erzählung mit Recht, dass 
Lanfranehus kein Modeneser gewesen, es liegt aber kein Grund vor, 
ihn (wie Fiorillo will) für einen Deutschen zu halten. Sein Name lässt 
auf italienischen Ursprung sehliessen, auf einen Lombarden, da diese, 
wie wir aus der Baugeschichte des Klosters Montecassino bei Leo von 
Ostia wissen, selbst im südlichen Italien als Bauleute berühmt waren. 
Eher kann man deutschen Ursprung bei dem unten näher zu erwähnen- 
den Bildhauer Viligelmus annehmen. 
35, bei Aginoourt 
Taf. 64, Nro. 12, 
die Apsis. Gally 
0., Taf. 31  
42. Faqade, 
Hope t. 69 
M] Abbildungen bei Osten a. a. 
Taf. 73, Nro. 16, 30, 39, 40 und 
innere Anordnung, Taf. 42, Nro. 4. 
Knight I., Taf. 40.
        

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