Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933132
204 
Romanischer 
Styl 
in 
Italien. 
fülnt doch auch hier noch keinesweges zu der Gestalt ei- 
nes griechischen Kreuzes oder noch weniger zu weiterer 
Aelmlichkeit mit byzantinischen Kirchen. 
Während alle diese Kirchen noch den Basilikentypus 
mit gerader Decke oder offenem Dachstuhle beibehalten, 
kam nun auch in der Lombardei die Anlage gewölbter 
Kirchen auf. Der früheste Bau, bei dem wir sie Waln- 
nehmen, ist der Dom von M odena , der , wie wir genau 
wissen k), im Jahre 1099 begonnen und im Jahre 1106 
schon soweit gediehen war, dass die Reliquien des h. Ge- 
minian darin deponirt werden konnten, obgleich erst im 
Jahre 1184 eine , bei der gelegentlichen Anwesenheit eines 
Papstes ertheilte Weihe berichtet wird. Die Nachrichten, 
welche wir über den Hergang dieses Baues besitzen, sind 
nicht olnie Interesse. Modena War keinesweges eine Stadt 
von der Bedeutung und Macht wie Venedig oder Pisa; es 
handelte sich nicht um ein Denkmal der städtischen Grösse, 
sondern nur um die unvermeidlich gewordene Erneuerung 
der baufälligen Kathedrale. Aber man fühlte doch die grosse 
VVichtigkeit der Sache, man behandelte sie als eine allge- 
meine Angelegenheit der Stadt. Man suchte nach einem 
zu so grossem Werke geeigneten Manne, man pries es 
als eine Gnade Gottes, als man endlich in der Person 
i") Ausser der in der folgenden Note angegebenen Chronikenstelle 
befindet sich am Chore eine ausführliche Inschrift, welche die Grün- 
dung erzählt. Auch hier wird das Jahr 1099 genannt und die Kirche 
so wie der Baumeister hochgepriesen. 
Marmoribus sculptis domus haec micat undique pulchris. 
Ingenio clarus Lanfrancus doctus et aptus  
Est operis princeps hujus rectorque magister. 
Der Verfasser der Inschrift, Baccalinus, damals Massarius, Kirchenvor- 
Steher, rühmt sich zugleich, dass er das Werk machen lassen. Auch 
die Weihe ist durch eine an der Facade befindliche grosse Inschrift 
festgestellt. Vgl. Osten, in der Wiener Bauzeitung 1848, Lit. u. 
Not. B].
        

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