Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-933102
Details. 
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schränkt. Offenbar war diese Anordnung organischer. 
Jene Säulenhallen der alten Basiliken stehen, da sie sich 
über die ganze Breite der Faeade erstrecken und von deren 
Höhe überragt werden, mit ihnen in keinem nothwendigen 
inneren Zusammenhange, sie erscheinen als ein fremdartiger 
Zusatz. Diese kleinere Vorhalle dagegen Wurde durch ihre 
Beziehung zum Portal ein Theil desselben und stand da- 
durch mit dem Ganzen in besserer Verbindung. Auch fehlte 
es der Facade, da sie eine blosse Fläche, den Durchschnitt 
des inneren Gebäudes, bildete, an einem plastisch vertreten- 
den kräftigen Theile, welcher ihr durch diese Vorhalle, 
freilich nur in geringerem Grade, verliehen wird. Daher 
suchte man auch weiterhin die Bedeutung dieses Vorbaues 
zu verstärken, indem man ihm zwei Stockwerke, über dem 
Portal einen bedeckten Balkon gab ü). Sehr eigenthümlich 
ist es dabei, dass diese Säulen niemals, bis die Vorhalle 
durch die weitere Entwickelung des Styls überhaupt eine 
andere Gestalt bekam, unmittelbar auf dem Boden, sondern 
stets auf dem Rücken von Löwen stehen. Man kann in 
dem Gebrauche dieses Symbols eine Andeutung der Macht 
der Kirche oder eine ähnliche symbolische Beziehung {in- 
den im], es lag aber doch auch eine architektonische N öthi- 
gung zum Grunde, indem man durch diesen plastischen 
Selnnuck der allzusehr verkürzten Vorhalle eine grössere 
Bedeutung verlieh. 
Auch die Rose, als einziges Fenster der Fagade, welche 
wir an St. Zeno bemerken, ist eine charakteristische und 
oft Wiederkehrende Eigenthümlichkeit der italienischen Bau- 
 S0 an den Domen von Modena, Ferrara, Parma, Piacenza, 
Cremona. 
 Carl Borromeo befiehlt in den Vorschriften über den Kirchen- 
bau, die Thürme mit Löwen zu verzieren, nach dem Beispiele des Sa- 
lomonischen Tempels, um dadurch die Wachsamkeit der Vorsteher an- 
zudeuten. Vgl. auch Abth. 1., S. 368 und S. 372.
        

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