Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932960
Dom 
Zll 
Pis a. 
187 
Ersten, der den Gipfel seines erhabenen Hauses vom Boden 
zu den Sternen aufsteigen liess", sich in Seinem Glanze an 
die Vergänglichkeit menschlicher Pracht erinnert, und in 
achtzehn leoninischen Versen voller entlehnter Gedanken 
die lateinische Sprache ebenso mit naiver Frechheit miss- 
handelt, wie es in seinem Gebäude mit römischer Baukunst 
geschehen war. 
Mit dem Ende des elften Jahrhunderts kam endlich eine 
bessere Ordnung in dieses Chaos, und es entwickelte sich 
nun, namentlich in Toscana, ein neuer Styl, in welchem 
sich die Eigenthümlichkeiten italienischer Kunstweise schon 
deutlicher aussprechen. Das Hauptgebäude dieses Styles 
ist der Dom von Pisa, der, einer unzweideutigen In- 
schrift zufolge, im Jahre 1063 begonnen tk), jedoch, wie 
wir aus dem Umfange des Werkes schliessen können, 
nicht eher als im Anfange des folgenden Jahrhunderts 
beendet wurde. Pisa stand damals in höchster Blüthe, es 
War eine der bedeutendsten Handelsstädte, beherrschte Sar- 
dinien und besass die grösste Seemacht in der westlichen 
Hälfte des mittelläildischen Meeres. Nach einem Siege, 
den ihre Schiffe über die Saracenen im Hafen von Palermo 
errungen hatten, beschlossen die Pisaner, wie jene Inschrift 
berichtet, einen Theil der Beute dem Neubau ihrer Kathe- 
i") Anno quo Christus de virgine natus ab illo 
Transierant mille deciesque sex tresque subinde 
Pisani eives celebri virtute potentes 
Istius ecclesiae primordia dautur inisse. 
Morona in der Pisa illustrata, Gicognara (Storia della Scultura. 
Prato 1823, V01. II, p. 79 HI), und Rumohr: Ital. Forsch. III, S. 202, 
welcher von Cicoguaras Ansichten in diesem wahrscheinlich früher ge- 
schriebenen Aufsatze keine Notiz nimmt, aber zu demselben Resultate 
gelangt.  Abbildungen des Domes zu Pisa sind häufig gegeben. 
Agincourt Taf. 25, Nro. 32, 34. 64, Nro. 10. 67, Nro. 8. 68, Nro. 
23. 69, Nro. 29. Cicognara Taf. 2, und besonders Gally Knight Italy 
I, Taf. 37 und 38.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.