Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932951
186 
Italien. 
S. Stefano zu Bologna mit seinen sieben verschiedenen 
Heiligthümern, Basiliken mit antiken Fragmenten, Rund- 
kirchen, Klosterhöfen durchwandert, bekommt noch jetzt, 
ungeachtet mancher späteren Veränderungen, eine An- 
schauung solcher fremdartigen Verbindungen, wie sie da- 
mals gewöhnlich waren. Wer die Mauern der Kirche 
St. Lorenzo ausserhalb Roms, die bunte Zusammenstellung 
reich geschmückter, aber sehr verschiedenartiger Fragmente 
von Friesen und Gesimsen betrachtet, sieht, wie sehr das 
Gefühl für Ordnung und Einheit verloren gegangen War. 
Aber am Anschaulichsten tritt uns die Verwirrung der 
Zustände und des Geistes, Welche während dieser Epoche 
in Italien möglich War, an einem an sich minder bedeu- 
tenden Gebäude hervor, das freilich auch durch seine Ent- 
stehung auf einen Moment und einen Mann hinweist, den 
die Erinnerung an die Zeiten römischer Macht bis zur 
Trunkenheit gesteigert hatte. Es ist nur das Wohnhaus 
eines Privatmannes vom Anfange des elften Jahrhunderts 
in Rom, nach einer irrigen Volksmeinung das Haus des 
Pilatus genannt, zufolge der pomphaften und charakteri- 
stischen Inschrift, die sich darin findet, von einem Sohne 
des berühmten Tribunen Crescentius, Namens Nicolaus, 
erbaut. Es ist von mässiger Grösse, in mehreren Stock- 
werken, aus wohlgefugten Ziegeln mit antiker Technik 
errichtet, stark genug, um bei den inneren Unruhen der 
Stadt als Feste zu dienen, dabei aber mit gemauerten, zwi- 
schen Wandpfeilern liegenden Halbsäulen und mit vielen, 
oft zweckwidrig angebrachten Fragmenten antiker Gebäude, 
von Marmor und reicher Sculptur, abenteuerlich geschmückt St). 
Der Styl des Gebäudes stimmt ganz mit dem jener Inschrift 
zusammen, in Welcher „der grosse Nicolaus, der Erste der 
und Platner  
a") Vgl. Agincourt Taf. 34, 
S. 391, die Inschrift S. 672. 
III. 
Beschreibung Roms,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.