Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932944
Verwendung 
antiker 
Fragmente. 
185 
gene Kirche von S. Nicola in Bari  so dass wir 
dieselbe Weise über ganz Italien verbreitet finden. 
also 
Dies Beharren bei den Ueberlieferungeil der altchrist- 
liehen Zeit währte bis gegen das Ende des elften Jahr- 
hunderts. Das unbewusste Streben, neue Anschauungen 
zu gestalten, äussert sich, der Natur der Sache nach, zuerst 
an imscheinbaren Stellen, an den Details. Hier sind diese 
zwar roh lmd phantastisch, aber noch immer mehr oder 
Weniger Nachahmungen des römischen Styles. Selbst das 
Würfelkapitäl, das in den nordischen Ländern so früh 
vorkommt, findet sich, abgesehen von der Mareuskirche 
lmd Santa Fosca in Torcello, WO es in byzantiniseher Form 
auftritt, in keinem Bau, den wir mit Sicherheit dem elften 
Jahrhundert zuschreiben könnten. Italien War und blieb 
das Land der Erinnerungen. Unter dem Drucke der Fremd- 
herrschaft und in der ärgsten N 0th der Zeiten War es ihnen 
treu geblieben, hatte sie, wenn auch dürftig und schwach, 
beibehalten; auch als sich die Kräfte Wieder belebten, suchte 
es keinen anderen Schmuck. Aber freilich war nun das 
Gefühl für die rechte Anwendung und Bestimmung dieser 
Formen gewichen, Wilde und bizarre Häufung antiker Frag- 
mente und Reminiscenzen galt für höchste Pracht, und der 
aufgeregte Sinn, der im Momente des Glückes sich an dem 
Gedanken der alten Weltherrschaft berausehte, gefiel sich 
in den ausschweifendsten phantastischen Zusammenstel- 
lungen. 
Schon der Zufall hatte die Denkmäler verschiedener 
Zeiten und Richtungen oft so nahe aneinandergerückt, dass 
sie ein frappantes Bild gaben und das Auge an diese ma- 
lerische Verwirrung gewöhnen konnten. Wer das Kloster 
Gally Kniäht I,
        

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