Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932834
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Italien. 
nedig, ursprünglich zum Exarchate gehörig, hatte sich nie- 
mals vom oströmischen Reiche losgesagt, war aber eben 
so wenig durch dasselbe in der Ausbildung seiner Unab- 
hängigkeit und seiner eigenthümlichen Verfassung gehemmt 
worden; es hatte daher das Gefühl eines freiwilligen durch 
keine Opfer oder Lasten erkauften Zusammenhangs mit 
jenem Reiche, den man, da er gelegentlich auch schon ge- 
nützt hatte, gern bestehen liess. Dazu kamen später ge- 
meinschaftliche Interessen und vorübergehende Bündnisse 
gegen die Saracenen, welche Wieder mancherlei freundliche 
Beziehungen, Besuche der Dogen in Konstantinopel, sogar 
die Vermählung eines Dogensohnes mit einer Prinzessin 
des kaiserlichen Hauses, eine Ehre, nach der vor Kurzem 
die mächtigsten Könige gestrebt hatten, hervorbrachten. 
Bei allem diesem erklärt es sich vollkommen, dass byzan- 
tinische Kunst Eingang in Venedig fand imd dass man sie 
selbst an der heiligsten Stelle der Stadt, an der St. Mar- 
cuskirche anwendete. Die Geschichte dieses Doms ist 
nicht weniger dunkel, als die der meisten anderen Kirchen 
dieser Zeit. Im Jahre 976 bei einem Aufstande brannte 
die damalige Marcuskirche nebst dem herzoglichen Palaste 
ab. Schon der Nachfolger des bei dieser Gelegenheit er- 
mordeten Dogen, Pietro Orseolo 1., begann einen Neubau, 
den man mit der Anlage des gegenwärtigen Domes in Ver- 
bindung gebracht hat. VVahrscheinlich begnügte man sich 
indessen zunächst mit eilfertig hergestellten Räumen und 
begami erst später den Prachtbau. Unter Welchem Dogen 
dies geschehen, wer den Plan dazu gemacht, wissen wir 
nicht, sogar die Annahme, dass griechische Künstler dabei 
zugezogen, beruht nur auf einer, allerdings sehr wohl be- 
gründeten, Vermuthung. Unter dem Dogen Contarini um 
1043 begann man die Mauern in Ziegelsteinen aufzuführen, 
1071 war man so weit gediehen, dass die Vorhalle gebaut
        

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